Aktuelles
Agrarpolitik
DBV rechnet mit unterdurchschnittlicher Getreideernte
Hitze und Trockenheit lassen Weizenerträge um bis zu 20 % sinken
Foto: Peter Hensch
Der Deutsche Bauernverband (DBV) rechnet mit einer unterdurchschnittlichen Getreideernte in diesem Jahr. DBV-Generalsekretär Dr. Helmut Born bezifferte anlässlich der ersten Erntemeldung des Verbandes am vergangenen Donnerstag den zu erwartenden Rückgang der Hektarerträge beim Weizen infolge von Trockenheit und Hitzestress auf bundesweit 10 % bis 20 % im Vergleich zum letztjährigen Ergebnis. Deutlich geringer fällt voraussichtlich das Minus bei der Wintergerste aus, die in den klassischen Frühdruschregionen Südwestdeutschlands bereits abgeschlossen ist. Im Bundesdurchschnitt geht der DBV von einem leichten Rückgang der bundesweiten Erntemengen um 3 % gegenüber dem Vorjahr aus, allerdings mit starken regionalen Schwankungen. Die Qualität der geernteten Partien ist dem Bauernverband zufolge jedoch fast durchweg zufriedenstellend. Die Angaben beruhen auf einer Befragung der Landesbauernverbände.
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Cioloş: Zwei Säulen werden bleiben
Fairness vor Gleichverteilung – Rechtfertigung der Zahlungen entscheidend
Foto: imago
Die EU-Agrarpolitik soll ihre Zwei-Säulen-Struktur behalten, aber hinausgeführt werden über das bisherige Schema Direktzahlungen sowie Marktmaßnahmen einerseits und ländliche Entwicklung andererseits. Das hat EU-Agrarkommissar Dr. Dacian Cioloş zum Abschluss seiner Konferenz über die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik in Aussicht gestellt. Über die Erste Säule sollen die europäischen Landwirte künftig auf Jahresbasis unterstützt werden – für „jährlich quantifizierbare und sichtbare Ergebnisse“. Diese Zahlungen sollen für gemeinsame Herausforderungen gezahlt werden und dürften damit voraussichtlich komplett EU-finanziert sein. Die Zweite Säule soll der Förderung einzelner Branchen und ländlicher Gebiete sowie dem Umweltschutz dienen. Diese Mittel würden wie bisher mehrjährig fließen und an Programme mit klaren Prioritäten gebunden sein – ohne dabei auf Flexibilität zu verzichten.
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Gerechter Ausgleich
Vorstand der Kreisbauernschaft Wesel zu Gast auf dem Hof des CDU-Europaabgeordneten Karl-Heinz Florenz: Debatte über die Zukunft der EU-Agrarpolitik und die Sicherstellung der Ausgleichszahlungen nach 2013
Foto: Christiane Närmann-Bockholt
„Die EU kann nicht immer höhere Standards einfordern und die deutschen Bauern mit Bleischuhen, die Wettbewerber aber mit Turnschuhen ins Rennen schicken.“ Mit diesem Bild machte Karl-Heinz Florenz die in Europa herrschenden Ungleichgewichte in der landwirtschaftlichen Produktion der Mitgliedsländer deutlich, als er am Montag dieser Woche mit Vertretern der Kreisbauernschaft Wesel auf seinem Hof in Neukirchen-Vluyn über die Zukunft der EU-Agrarpolitik diskutierte. Gleichzeitig appellierte der CDU-Europaabgeordnete, der seit 1 989 Mitglied des Europaparlaments ist, an die deutschen Behörden, bei der Umsetzung der Auflagen mehr Augenmaß walten zu lassen.
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Sommer, Sonne, Trockenheit
Sommer 2010: Die Vuvuzela liegt im Schrank, der Bundespräsident ist ausgetauscht und selbst das wochenlange Gehampel um die Regierungsbildung in Düsseldorf ist, vorläufig, zu Ende. Seit zwei Wochen beherrscht ein neues Thema die Medien, die Trockenheit.
Foto: Andrea Bahrenberg
Westfalen und in weiten Teilen Deutschlands, aber nicht erst seit wenigen Wochen, sondern schon das ganze Jahr. So fielen in Nörvenich, im Zentrum der Köln-Aachener Bucht, vom 1. Januar dieses Jahres bis zum Anfang dieser Woche 269 mm Regen, 67 % des vieljährigen Mittelwertes. Am Niederrhein waren es nur 3 mm mehr, die dort für gerade mal 68 % reichten. Schon im Januar und Februar fielen nur rund zwei Drittel des üblichen Niederschlages. Angesichts des ungewöhnlich kalten und lang anhaltenden Winters mit wochenlangem Schnee bis in die Niederungen fiel das außer professionellen Wetterbeobachtern und interessierten Landwirten kaum jemandem auf. Auch das viel zu trockene Frühjahr wurde von den meisten kaum wahrgenommen und wenn, dann angesichts der Kälte als durchaus angenehm empfunden.
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„Wir müssen die Mäuse schnell bekämpfen können!“
Möhrenanbauer befürchten große Mäuseschäden – Provinzialverband fordert breitflächige Ausbringung des Feldmausköders
Foto: Gerd Sauerwein
Mäuse, Mäuse, Mäuse. Alle paar Jahre treten die kleinen Nagetiere in Scharen auf und werden zur regelrechten Plage. Insbesondere Möhrenanbauern bereitet starker Mausefraß große Probleme. Und in diesem Jahr gehen die rheinischen Möhrenanbauer von einer großen Mäuseplage aus. „Alles deutet jedenfalls darauf hin“, erläutert Gerd Sauerwein, Gemüsebauberater der Landwirtschaftskammer NRW und Geschäftsführer der Kreisfachgruppe Erwerbsgemüsebau für den Rhein-Kreis Neuss und die Stadt Mönchengladbach im Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer. Durch die lange Schneedecke hätten sich die Mäuse gut vermehrt und bereits Ende Juni seien erste Fraßschäden in Möhrenbeständen aufgetreten. „Nach der Getreideernte erwarten wir eine weitere Zunahme der Mäuse, da sie von den Getreideflächen in die grünen Möhrenbestände abwandern“, sagt Sauerwein.
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Obstanbau im südlichen Rheinland
Foto: Thomas Kühlwetter
Zu einer Gebietsrundfahrt im südlichen Rheinland hatte die Landesfachgruppe Obstbau im Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer Bürgermeister und Verwaltungsvertreter aus dem linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis am Donnerstag vergangener Woche eingeladen. Im Rahmen der Rundfahrt wurden die Betriebe Sonntag in Wachtberg, Thelen in Dom-Esch und Dr. Mager in Alfter mit dem Ziel, den Dialog mit den Verwaltungsvorständen zu verbessern und diesen einen Einblick in die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die Innovationskraft der Unternehmen zu bieten, besichtigt.
Hof und Feld
Westlicher Maiswurzelbohrer – Gefahr für NRW?
Der kleine, ansehnliche Käfer, eingeschleppt aus Nordamerika, hat es geschafft, innerhalb von etwa 20 Jahren große Teile Südeuropas zu besiedeln. Wird der Schädling so langsam auch gefährlich für die Ackerflächen in NRW? Agnes Schröder und Günter Klingenhagen, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, mit einer Einschätzung.
Foto: Syngenta
Die Befallsgebiete in Polen und Tschechien sind gerade einmal 100 km von den neuen Bundesländern entfernt. In Bayern und Österreich gibt es bereits auf beiden Seiten Befall, wobei der stärkste Befall im östlichen und südöstlichen Burgenland sowie in der Steiermark zu finden ist. Extrem war im letzten Jahr der Befall in der Lombardei, dem größten italienischen Maisanbaugebiet. Dort wurden 30 Käfer pro Maispflanze beobachtet. Die Ertragsverluste betrugen hier 30 %. Es ist zu vermuten, dass die Käfer entlang der Transitwege weiter über die Schweiz und Frankreich nach Baden-Württemberg verschleppt wurden.
Hof und Familie
Zwischen Rosen, Buchs und wilder Wiese
Foto: Marianne Sturbeck
Akkurat geschnittene Buchskugeln und –hecken, über 60 verschiedene Rosen, ein großer Teich und eine Wiese mit Wildblumen geben dem Garten von Helga Götzenberger sein charakteristisches Aussehen. Er kann, wie viele andere Gärten im Rheinland, am Tag der Offenen Gartenpforte am 11. Juli, besichtigt werden. Mehr zum Thema in LZ 30/2010.








