10.01.2018

02 - Sommerweizen enttäuschte

2017 war kein Jahr für Sommergetreide. Frühjahrstrockenheit und extreme Hitzephasen im Mai und Juni boten denkbar schlechte Bedingungen für eine gute Bestandesentwicklung. Dünne, ungewöhnlich früh abreifende Bestände mit enttäuschenden Erträgen waren die Regel. Über Chancen und Risiken der Kultur sowie die Ergebnisse der Landessortenversuche berichten Heinrich Brockerhoff und Heinz Koch, Landwirtschaftskammer NRW.

Sommerweizenparzelle am Versuchsstandort Lage-Heiden 2017.

Sommerweizen hat unter den Sommergetreidearten genetisch das höchste Ertragspotenzial. Hohe Erträge lassen sich sicher aber nur auf guten Standorten bei rechtzeitiger Saat und ausreichender Wasserversorgung erzielen. Die Ertragsleistung auf schwächeren Standorten ist sehr unsicher. Sommerhafer oder Sommergerste sind hier die bessere Wahl. In Ackerbauregionen mit entsprechenden Alternativen kommt Sommerweizen nur dann zum Zuge, wenn nichts anderes mehr geht. Die Weizenbestellung nach sehr später Rüben- oder Körnermaisernte und ungünstigen Witterungs- und Bodenbedingungen sind ein entsprechendes Beispiel. Aber auch hier kommt Sommerweizen erst dann ins Spiel, wenn nicht doch noch spätsaatverträgliche Winterweizensorten gedrillt werden können. Für späte Saattermine eignen sich alternativ dann auch Sommerweizensorten, die als sogenannte Wechselweizen bezeichnet werden. Diese Sorten besitzen eine eingeschränkte Winterhärte – in milden Regionen eine Chance, in Höhenlagen eher ein Risiko.

Mehr in LZ 2-2018, S. 18