28.01.2016

04/2016 - Da guckst du!

Die Diskussionen über Landwirtschaft spitzen sich immer weiter zu. Mit reiner Faktenvermittlung kam der Berufsstand nicht weiter, wie die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen. Jetzt wollen die rheinischen Bauern etwas Provokantes und Witziges entgegensetzen.

Der Verbraucher soll richtig zum Lachen gebracht werden. Wie sonst, wenn nicht mit Humor, kann man die Herzen der Menschen erreichen? Das ist der Türöffner, um den Menschen, die die Landwirte jetzt so kritisch sehen, wieder ins Gespräch zu kommen.

Die Medien berichten überwiegend einseitig und negativ über Landwirtschaft. Gleichzeitig nimmt die Bevölkerung sichere, frische und gesunde Lebensmittel aus der Region als selbstverständlich hin. Zum Imageproblem bereiten zusätzlich die extrem schlechten Preise, ohne Aussicht auf Besserung, Sorgen. Die Nerven liegen bei vielen Landwirten blank. Sie wollen mehr Öffentlichkeitsarbeit machen und ihr schlechtes Image geraderücken.

Aber da fragt man sich schon, kann man dieses negative Bild überhaupt noch umkehren? Wie soll man aus dieser Ecke wieder herauskommen? Der Verband startet jetzt eine neue Öffentlichkeitskampagne (siehe S. 10). Nicht jeder wird sie auf Anhieb verstehen, nicht jedem wird sie gefallen. So ist das mit Öffentlichkeitsarbeit: Wenn man zehn Leute fragt, erhält man zwölf Meinungen. Zum Kampagnenstart berichteten zahlreiche regionale Medien bereits positiv.

Die Kampagne ist unkonventionell, damit sie zu einem Dialog führt und neue Diskussionen entfacht. Im Gegensatz zu vergangenen landwirtschaftlichen Kampagnen zeigt man kein weichgespültes, extrem langweiliges Hochglanzbild, sondern einen Hingucker. Der Blick bleibt hängen und es ergeben sich Fragen – das ist das Wichtigste! Nach und nach erfasst der Zuschauer das Bild. Da gibt es was zu gucken – „da guckst du!“. Die Werbekampagne richtet sich an die Verbraucher, nicht an die Landwirte. Hier muss man den Spruch „Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler“ in Erinnerung bringen.

Jahrelang hat der Bauernverband es mit Fakten und Wissensvermittlung versucht – mit mäßigem Erfolg. Die landwirtschaftskritischen Organisationen schaffen hingegen mit hochemotionalen Bildern, zum Beispiel mit einem scheinbar kastrierten Mann in Anlehnung an die Ferkelkastration, eine Betroffenheit, die einem unter die Haut geht und die man eben nicht so schnell wieder vergisst.

Mit dem Bild der fünf echten Bauern, die sich selbstbewusst und immer gleich vor die Kamera stellen, möchte der RLV die Leute zum Lachen bringen. Das gängige Bild der Gesellschaft von der heutigen Landwirtschaft wird ironisch „auf die Schippe“ genommen. Wie sonst, wenn nicht mit Humor, kann man die Herzen der Menschen erreichen? Wer Humor hat, ist sympathisch. Das ist der Türöffner, um mit den Menschen, die die Landwirte jetzt so kritisch sehen, wieder ins Gespräch zu kommen. „Wir machen lustich“ macht nicht umsonst passend zum Karneval den Auftakt bei den Plakatmotiven. Genau darum geht es: die Sympathien der Bevölkerung für die Landwirte zurückzugewinnen, die vielfältigen Leistungen der Bauern, wie auch das Ziehen des Karnevalszuges, bewusst machen und dann ganz neu ins Gespräch kommen. Durch ein wiederkehrendes Bild erkennt der Verbraucher: Die stehen für etwas, die haben Werte, die sind wertvoll.

Mit den weiteren Plakatmotiven, die man unter www.die-rheinischen-bauern.de sehen kann, weisen die Bauern auf die vielfältigen Leistungen der Landwirtschaft hin: „Mief“ zum Thema wertvoller Wirtschaftsdünger, dann „Öko-Power“ zum Thema Erneuerbare Energien, „Höfetouren“ passend zu den Tagen des offenen Hofes, „Grillen“ im Juni und „das Korn“ zur Getreideernte. Kritische Themen werden dabei nicht ausgespart. „Ja, Gülle stinkt und auch Bauern riechen sie nicht gerne, aber im Sinne der Kreislaufwirtschaft ist sie der beste Dünger für die Pflanzen“ ist zum Beispiel ein Argument. Für die Diskussion über kritische Themen will sich der Berufsstand offen zeigen und im zweiten Schritt auf der Internetseite Hintergrundinfos dazu liefern.

Wenn man auffallen will, muss man schon etwas Unkonventionelles machen. Gerade in der Öffentlichkeitsarbeit. Da braucht es etwas Besonderes, etwas, an dem der Blick hängen bleibt, wie die fünf echten Originale aus dem Bergischen Land – das sind jetzt schon echte Kultfiguren. Endlich raus aus der Defensive! Agieren statt reagieren – das wurde lange vom Berufsstand gefordert. Schön, dass es jetzt endlich in die Tat umgesetzt wird.


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