07.02.2018

06 - Zuckerpreise unter Druck

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EU-Agrarkommissar Phil Hogan sieht die niedrigen Zuckerpreise in der Europäischen Union als direkte Folge der Abschaffung der Zuckermarktordnung. Durch den Wegfall der Produktionsquoten sieht er jetzt vor allem die Erzeugerorganisationen der Zuckerrübenanbauer in der Verantwortung, für einen stabilen Preis zu sorgen. Hogan stellte klar, dass er in der gegenwärtigen Lage Markteingriffe durch die Kommission ausschließt. Trotzdem werde die neue Marktbeobachtungsstelle der Europäischen Union weitreichende Unterstützung anbieten. Während des größten Teils des Jahres 2017 sind die Weltmarktpreise erheblich abgesackt. Nach Hogans Einschätzung lag dies hauptsächlich an den erwarteten Weltüberschüssen und größeren Exportmengen, unter anderem von der EU. Die EU-Zuckerproduktion veranschlagte der Agrarkommisar für dieses Wirtschaftsjahr auf 20,6 Mio.t; dies entspräche einem Anstieg von 23 % gegenüber dem Vorjahr. Zusammen mit den 2 Mio.t an Lagerbeständen werde die Verfügbarkeit von Zucker auf dem EU-Markt in diesem Jahr 22,5 Mio.t erreichen. Selbst wenn die Zuckerimporte unter das Niveau der letzten Jahre fallen würden, würde die überreichliche Angebotssituation – bedingt durch die gegenwärtige EU-Überproduktion – die Preise niedrig halten, so Hogans Einschätzung.