13.06.2018

24 - Vorwürfe an das Umweltbundesamt

Deutliche Kritik an der vom Umweltbundesamt (UBA) vorgelegten Veröffentlichung „Daten zur Umwelt 2018. Umwelt und Landwirtschaft“ hat der Industrieverband Agrar (IVA) geübt. Für seine Feststellung, es gebe einen steigenden Absatz von Pflanzenschutzmitteln, greife das Amt auf zwei fragwürdige statistische Kunstgriffe zurück, monierte der IVA.

Zum einen werde ein statistischer Ausreißer als Referenzjahr gewählt, und zum anderen würden die „inerten Gase im Vorratsschutz“ nicht he­rausgerechnet. Laut IVA weist das Bundesamt einen Anstieg des Pflanzenschutzmittelabsatzes in Deutschland zwischen 1994 und 2015 von knapp 30 000 t auf mehr als 40 000 t aus. Hier stelle sich die Frage, warum die aktuellsten Zahlen fehlten. Offenbar handele es sich um einen „selbstgemachten Trend“. Dieser werde geschaffen, indem man bewusst das Referenzjahr 1994 he­rausgreife. Dieses sei das Jahr mit dem historisch niedrigsten Absatz an Pflanzenschutzmitteln gewesen. Entsprechend groß wirkt der folgende Anstieg. Nicht weniger fragwürdig ist für den IVA die Einrechnung der inerten, also reaktionsträgen Gase. Zwar müssten diese dem zuständigen Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gemeldet werden. Es handele sich aber nicht um Mittel, die der Landwirt einsetze, sondern in aller Regel um Kohlendioxid, mit dem Vorräte vor Schädlingen geschützt würden. Der Einsatz von Kohlendioxid sei in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen, da kaum noch andere Wirkstoffe zum Vorratsschutz zur Verfügung stünden. Die genauen Zahlen der Absatzstatistik für Pflanzenschutzmittel können direkt auf den Seiten des dafür zuständigen BVL eingesehen werden.