12.09.2018

37 - Afrikanische Schweinepest wird zur großen Herausforderung für die EU

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Die Afrikanische Schweinepest (ASP) stellt die Europäische Union nach Einschätzung von Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis im Vergleich zu anderen Tierseuchen gegenwärtig vor die größten Probleme. Wie der Litauer am Donnerstag vergangener Woche auf einer Konferenz über grenzüberschreitende Tierseuchen in Europa in Brüssel erklärte, sind in der EU seit Jahresbeginn annähernd 1  000 ASP-Ausbrüche bei Hausschweinen und fast 4 000 infizierte Wildschweine identifiziert worden.

Fälle in Rumänien

Erstmals wurde kürzlich ein ASP-Fall in einem Schweinebestand in Bulgarien bestätigt; die stärksten Zunahmen bei Neuinfektionen gibt es derzeit in Rumänien. Aber es gebe Hoffnungsschimmer, so etwa die schnelle und effektive Eindämmung des diesjährigen Ausbruchs in den Wildschweinebeständen Tschechiens, erklärte Andriukaitis. Am wichtigsten für ein effektives ASP-Seuchenmanagement sei zuallererst eine konsequente und grenzüberschreitende Überwachung sowohl in betroffenen als auch in nicht betroffenen Gebieten. Zudem sei die Anwendung anerkannter Quarantänemaßnahmen sowie die Überwachung des Handels potenziell betroffener Produkte besonders wichtig. Des Weiteren hält der Gesundheitskommissar die Umsetzung der EU-Strategie zur Verhütung – und schließlich Beseitigung – der ASP für unverzichtbar. Diese Strategie beinhalte verschiedene Elemente, die von der Jagd bis zur Biosicherheit, vom Wildschweinmanagement bis zum Kampf gegen den „schlimmsten Feind“, dem sogenannten „menschlichen Faktor“, reiche. Gerade die Übertragung durch menschliches Fehlverhalten sei für unvorhersehbare „Sprünge“ der Krankheit verantwortlich, erläuterte Andriukaitis.

Nicht nachlassen

Der Kommissar warnte davor, dass bei einer unkontrollierten Ausbreitung des Virus die Auswirkungen auf die Schweinehaltung Europas sowie global dramatisch wären. Wie der aktuelle Fall in Bulgarien zeige, dürften die Verantwortlichen in ihrer Wachsamkeit nicht nachlassen. Nach Angaben der staatlichen Agentur für Lebensmittelsicherheit in Bulgarien hat sich am 31. August erstmals ein ASP-Ausbruch in einem Nutzschweinebestand bestätigt. Betroffen war eine Hinterhofhaltung mit sieben Schweinen im Dorf Tutrakntsi in der Provinz Varna, knapp 100 km südlich der Grenze zu Rumänien. Dem Landwirtschaftsministerium in Sofia zufolge wurden in dem Ort zur Seuchenprävention 65 Schweine gekeult und Sicherheitszonen mit Transportbeschränkungen eingerichtet sowie umfangreiche Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt. Landwirtschaftsminister Roumen Porozhanov versicherte, dass alle Maßnahmen ergriffen würden, um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern. „Wir versuchen unser Bestes, um herauszufinden, woher die Infektion in Bulgarien kommt“, erklärte Porozhanov. Es gebe viele Wege der Einschleppung, doch bestehe der begründete Verdacht, dass der Eintrag in Tutrakantsi über Futter geschehen sein könnte, das über die rumänische Hafenstadt Constanza bezogen worden sei, erläuterte der Minister. AgE