13.09.2017

37 - Leistungen für 5,2 Mrd. €

Die Erfüllung von europäischen und deutschen Auflagen im Umwelt-, Klima- und Tierschutz kostet die deutschen Landwirte im Vergleich zu Nicht-EU-Landwirten jährlich 5,2 Mrd. €. Dies geht aus einer Studie im Auftrag des Deutschen Bauernverband (DBV) hervor. Für einen durchschnittlichen Hof im Haupterwerb entspricht dies 28 000 €. Je Hektar liegen Mehraufwand und Mindererlöse zusammengenommen bei umgerechnet 315 €. Erstellt wurde die Studie von Prof. Dr. Helmut Bahr von der Ruhr-Universität Bochum und Dr. Steffen Noleppa vom Forschungsinstitut HFFA Research. Von den betrachteten sieben Regulierungskomplexen verursachen Gewässerschutz mit 1,54 Mrd., gefolgt von Pflanzenschutz mit 1,12 Mrd. sowie das Greening mit 870 Mio. € die höchsten Kosten. Europäische und deutsche Standards im Bereich der Tierhaltung kosten dagegen 700 Mio. €. Bei der Vorstellung der Studie betonte DBV-Präsident Joachim Rukwied, dass die deutschen Bauern „ohne Wenn und Aber“ zu den hohen nationalen und europäischen Standards für Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung stünden. Gleichzeitig forderte er aber, dass die Gemeinsame Agrarpolitik Antworten darauf finden müsse, dass dieses Standards im Vergleich zu höheren Kosten führen würden. Wörtlich sagte er: „Bäuerinnen und Bauern arbeiten in offenen und zunehmend globalisierten Märkten und konkurrieren in vielen Produktionsbereichen mit anderen Erzeugungsregionen. Über diese Tatsache darf man nicht hinwegsehen. Unter diesen Bedingungen sind unsere europäischen und deutschen Standards öffentliche Leistungen des Sektors Landwirtschaft, die einen Wert haben müssen.“