08.11.2017

45 - Eng, nicht knapp

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Im französischen Lebensmitteleinzelhandel kommt es derzeit zu Engpässen bei der Versorgung mit Butter. Mitte Oktober lag der mengenmäßige Absatz um 19 %, der wertmäßige Absatz um 37 % höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Gleichzeitig gehen immer mehr Konsumenten leer aus; im betrachteten Zeitraum konnten 30 % der Nachfrage nach Butter nicht bedient werden. Besonders betroffen ist Bioware, während die großen Einzelhändler mit ihren Eigenmarken weniger Lieferschwierigkeiten haben. Ursache der Knappheit sei das Zusammentreffen mehrerer Faktoren, da­runter die weltweit hohe Nachfrage sowie der Rückgang der heimischen Produktion. Die französischen Verbraucher reagieren unterschiedlich: Die einen kaufen auf Vorrat ein, andere weichen auf alternative Produkte aus. Der französische Landwirtschaftsminister Stéphane Travert sprach von einer „noch nie dagewesenen Situation“. Jedoch gebe es „streng genommen keine Butterknappheit“. Die Verbraucher hätten sich aus Angst vor Versorgungsengpässen verstärkt bevorratet, was wiederum erst zu den Engpässen geführt habe. Gleichzeitig trägt laut Travert eine „Blockade“ bei den Vertragsverhandlungen zwischen den Milchverarbeitern und dem LEH zur Verschärfung der ­Situation bei.