30.03.2021

Ach, du dickes Ei!

Dr. Elisabeth Legge

In Corona-Zeiten ist alles anders. Dies zeigt sich gerade jetzt rund um Ostern. Die Politik hat dicke Ostereier gelegt, die auch an der Landwirtschaft nicht vorbeirollen.

Ach, du dickes Ei! Das kann doch nicht wahr sein. Nicht nur ich habe so gedacht, als die jüngste Ministerpräsidentenrunde zur Corona-Pandemie am Dienstag vergangener Woche eine Osterruhe für Gründonnerstag und Karsamstag verkündete. Ein echtes politisches Osterei, das da gelegt wurde. Aber Gott sei Dank wurde es nicht ausgebrütet. Die Bundeskanzlerin ruderte schon am nächsten Tag zurück. Denn man hatte vergessen, die ganze Sache rechtlich zu prüfen. Und daher wurde die Osterruhe dann auch ganz schnell wieder aufgehoben. Eigentlich ein Unding, dass etwas beschlossen wird, ohne es vorher rechtlich zu prüfen. Oder?

Aber in Zeiten von Corona ist vieles anders. Und anders ist sicherlich auch, dass sich die Bundeskanzlerin entschuldigte. „Dieser Fehler ist einzig und allein mein Fehler. Denn am Ende trage ich für alles die Verantwortung“, bat die Kanzlerin am Mittwoch vergangener Woche die Bundesbürger um Verzeihung. Respekt, Frau Kanzlerin! Dass sich in der politischen Landschaft jemand für einen Fehler entschuldigt, das ist ungewöhnlich und zeugt von Größe. Die Kanzlerin ist zurückgerudert. Schön wäre es, wenn man der Kanzlerin beim Beschluss zur nationalen Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nacheifert und sagt: „Nicht machbar. Wir rudern zurück.“ Denn den Beschluss, den die deutschen Agrarministerinnen und -minister am Freitag vergangener Woche beschlossen haben, ist alles andere als erfreulich für die Landwirtschaft (siehe Artikel auf S. 8). Noch ein politisches Osterei.

Aber zurück zum Rückrudern: Die Agrarbranche jedenfalls zeigte sich über die Absage der zunächst geplanten Osterruhetage erleichtert. Für Molkereien und Schlachtereien hätten diese beiden Ruhetage erhebliche Probleme mit sich gebracht. Milch, Fleisch, aber auch Obst und Gemüse sind verderbliche Waren und es wäre unsinnig, den Lebensmittelhandel offen zu halten, wenn gleichzeitig die Regale leer blieben. Gut, dass hier zurückgerudert wurde.

Und ein Rückrudern hätten sich sicher auch die Ferienhöfe in Deutschland gewünscht. Aber sie hofften da­rauf vergeblich. Sie dürfen über Ostern keine Gäste in ihren Ferienwohnungen oder -zimmern beherbergen. Die Ferienhöfe und auch die Bauerngastronomie sind weiterhin geschlossen. Die Enttäuschung hierüber bei den betroffenen Betrieben ist natürlich groß. Ostern ist für sie ein wichtiges Geschäft, an dem sie in der Regel viele Gäste haben. Dabei dürfte es doch gerade in Ferienwohnungen kein Problem sein, Corona-Regeln einzuhalten. Hier sind die einzelnen Gäste unter sich und ein Kontakt zu anderen Gästen muss nicht sein. Rund um die Höfe ist zudem reichlich Platz und man kann sich wunderbar aus dem Weg gehen. Aber es wurde keine Lockerung beschlossen. Vielmehr hat die Bundesregierung hier sogar nochmals ein dickes Osterei gelegt. Am 14. März wurden Mallorca und die anderen Baleareninseln von der Liste der Corona-Restriktionsgebiete gestrichen. Trotz Corona und inzwischen auch vermehrter Appelle zum Reiseverzicht nutzen Tausende Urlauber diese Chance. Allein am vergangenen Samstag und Sonntag sind 130 Flieger aus Deutschland auf Mallorca gelandet. Verrückte Welt, anders kann man es nicht sagen. Während Ferien in Deutschland nicht möglich sind, darf man nach Mallorca reisen.

Für die Ferienhofanbieter ist dies hart und auch für die Betreiber aus der Bauernhofgastronomie. Sie sitzen in den Startlöchern, um zu öffnen. Aber sie dürfen nicht. Wichtig ist, dass die Pandemie-Politik der Bundesregierung nun endlich Planbarkeit und Verlässlichkeit bietet. Sie muss vorankommen in Sachen Pandemiebekämpfung. Es muss weitergehen. Die Notbremse muss da gezogen werden, wo es in jedem Fall nötig ist. Das Testen muss angekurbelt werden und es gilt:  Impfen, impfen und nochmals impfen. Deutschland kommt hier viel zu langsam voran. An Israel sollte man sich da ein Beispiel nehmen.

Das Coronavirus hat uns alle voll im Griff. Und es wird in diesem Jahr wieder wie auch im vergangenen Jahr das Osterfest mitbestimmen. Die Osterfeiertage sind wieder anders. Auf Osterausflüge und Treffen mit Verwandten sollte zumindest nach Möglichkeit verzichtet werden. Das wird uns natürlich wieder fehlen. Schon im vergangenen Jahr hatten wir die Hoffnung, dass wir spätestens in diesem Jahr das Osterfest wieder normal feiern können. Aber das Coronavirus ist hartnäckig und macht uns einen Strich durch die Rechnung. Wir alle sind weiter gefordert, Abstand zu halten und die Corona-Regelungen zu befolgen. Durchhalten ist angesagt. Trotz Corona wünschen wir jedenfalls allen unseren Leserinnen und Lesern ein frohes und vor allen Dingen gesundes Osterfest.


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