01.04.2021

Aktiv vorsorgen ist möglich

Foto: pixabay

Die schwere Stoffwechselerkrankung beginnt schleichend. Wer Vorsorge trägt und mögliche Zeichen vom Arzt richtig deuten lässt, kann selber viel zur Risikominimierung beitragen. Aber auch junge, bislang gesunde Menschen werden zu Betroffenen.

Es ist ein gutes Jahr her, dass sich Annas Eltern große Sorgen um die Gesundheit ihrer Tochter machten. Die ohnehin schon schlanke 23-Jährige nahm innerhalb weniger Monate 7 kg ab, trotz gewohnt ausreichender Ernährung. Die lebhafte junge Frau war gerade umgezogen und hatte in ihrer Ausbildung viel Arbeit mit anstehenden Prüfungen. Doch das allein erklärte nicht die weiter zunehmende Erschöpfung. Eine gründliche Untersuchung brachte eine überraschende Diagnose: Anna ist an Typ-1-Diabetes erkrankt.

Diabetes mellitus ist ein Sammelbegriff für vielfältige Störungen des menschlichen Stoffwechsels, deren Hauptmerkmal die chronische Hyperglykämie (Überzuckerung) ist. Nicht nur der Kohlenhydrat-, auch der Fett- und Eiweißstoffwechsel sind hier häufig zusätzlich gestört. Gesteuert werden alle drei vom Insulin, einem lebensnotwendigen Stoffwechselhormon. Die Ursachen für eine Diabetes-Erkrankung liegen in unterschiedlichen Beeinträchtigungen der Freisetzung des Insulins aus den sogenannten Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse bis hin zu einem absoluten Insulinmangel. Auch die Wirkung des Insulins an wesentlichen Organen wie Gehirn, Leber, Muskulatur und Fettgewebe kann gemindert sein.

Tipps zur Vorbeugung und Behandlung

·         Bauen Sie Übergewicht ab: Vor allem ein großer Bauchumfang (Männer über 102 cm, Frauen über 88 cm) ist gefährlich, denn er ist ein sicheres Indiz dafür, dass sich auch um und in inneren Organen Fett angesammelt hat.

·         Bewegung Sie sich regelmäßig: Mindestens 30 Minuten am Tag, auch Stallausmisten, Heuwenden und Staubsaugen, können anstrengend und schweißtreibend sein. Nutzen Sie Treppen als Fitnessgerät, fahren Sie mit dem Rad.

·         Achten Sie auf Ihre Ernährung: Kochen Sie frisch mit viel Gemüse, Fisch und Olivenöl. Reichlich Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und damit Ballaststoffe sind gut. Sparsam sollte man mit rotem Fleisch, Wurst, Salz und Zucker umgehen.

·         Trinken Sie lieber Kaffee statt Limonade: Limonade und Fruchtsäfte führen mit ihren Zuckerbergen zu Übergewicht und können eine Insulin-Resistenz fördern. Auch Süßstoff erhöht das Risiko. Trinken Sie lieber Wasser, Tee und Kaffee, der – vorzugsweise in der Mittagszeit konsumiert – auch in der koffeinfreien Variante das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, um 25 % senken kann.

·         Meiden Sie Alkohol und Rauchen: Alkohol erhöht die Blutzuckerwerte, kann die Nerven schädigen und zu einer alkoholbedingten Fettleber führen. Geringe Mengen ab und an dürften individuell verträglich sein, Rauchen hingegen sollte ganz gemieden werden. Wer das Rauchen aufgibt, senkt sein Risiko für Typ-2-Diabetes um 30 bis 50 %. Schädliche Substanzen wie Kohlenmonoxid wirken sich möglicherweise negativ auf das Fettgewebe und die Bauchspeicheldrüse aus.

·         Achten Sie auf Ihren Blutdruck: Bluthochdruck in Kombination mit erhöhten Blutzuckerwerten und einer Fettstoffwechselstörung (hohes LDL-Cholesterin) kann zu einer Schädigung der kleinen Blutgefäße (Nieren, Auge, Herz, Nerven, Gehirn) und der großen Gefäße im Herz und Gehirn, in den Beinen und Nieren führen.

·         Schlafen Sie gut, meiden Sie Stress: Schlafmangel und gestörter Schlaf wirken sich negativ auf die Blutzuckerwerte, die Insulinwirkung und -ausschüttung aus. Auch Stresshormone lassen den Blutzuckerspiegel ansteigen. Meiden Sie Dauerbelastung, fördern Sie Entspannung etwa durch Yoga oder Bewegung in der Natur.

·         Kontrollieren Sie Ihre Werte: Bei Verdacht auf Diabetes sollten Sie und Ihre Angehörigen den Arzt aufsuchen und Ihre Werte prüfen lassen. HbA1c steht für eine durch Zucker (Glukose) veränderte Form des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin (HbA0). Der HbA1c-Wert gibt an, wie viel Prozent des gesamten Hämoglobins im Blut „verzuckert“ (glykiert) und damit zu HbA1c geworden sind.

·         Achten Sie auf Beine und Füße: Gefäß- und Nervenstörungen reduzieren das Schmerzempfinden und die Wundheilung. Achten Sie auf komfortable, nicht drückende Schuhe, meiden Sie einschnürende Bündchen an Socken und nehmen Sie die Dienste einer Podologin in Anspruch.

Mehr in LZ 13-2021 ab S. 74


All Hentai games https://dtsmusic.top/ Foot Fetish