05.09.2019

ALDI-Stiftung steigt in Agrargenossenschaft ein

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Die Übernahme des Agrarbetriebs Kayna eG im Süden Sachsen-Anhalts durch Unternehmen einer ALDI-Stiftung hat eine Diskussion über die Rolle von Agrargenossenschaften beim Einstieg außerlandwirtschaftlicher Investoren entfacht. Für den Deutschen Raiffeisenverband (DRV) sind Agrargenossenschaften weitgehend gefeit gegen Übernahmen. Hauptgeschäftsführer Dr. Henning Ehlers wies gegenüber AGRA-EUROPE da­rauf hin, dass sie in der Regel von einer Vielzahl an Mitgliedern getragen würden. „Agrargenossenschaften sind kein Bollwerk gegen Investoren“, hieß es demgegenüber im Landwirtschaftsministerium von Sachsen-Anhalt. Es gebe inzwischen eine ganze Reihe von Beispielen, bei denen vor allem Unternehmen mit wenigen Mitgliedern von Investoren übernommen worden seien. Die drei Unternehmen, die Ende Juni dieses Jahres durch Beschluss der Generalversammlung als neue Mitglieder in den Agrarbetrieb Kayna aufgenommen wurden, sind der Boscor-Gruppe zuzurechnen. Alleiniger Gesellschafter aller drei Unternehmen ist dem Vernehmen nach jeweils eine Familienstiftung der Familie Albrecht, auf die sowie auf zwei andere Familienstiftungen das Vermögen der ALDI Nord-Gruppe verteilt sein soll. Drei der bislang fünf Mitglieder der Agrargenossenschaft sind Ende Juni aus Altersgründen aus dem Vorstand ausgeschieden, sind aber weiterhin Mitglieder der Genossenschaft. Der nunmehr zweiköpfige Vorstand wird von Vertretern der Boscor-Unternehmen gebildet. Aktivitäten des ALDI-Konzerns auf dem landwirtschaftlichen Bodenmarkt und der landwirtschaftlichen Urproduktion waren bislang nicht bekannt.