09.08.2019

Angemerkt: Geht das nicht auch ohne?

Die Johannisbeersträucher im Garten hängen voll – schnell noch mal los und Gelierzuckernachschub im Supermarkt holen… Dann fällt der zufällige Blick auf die Zutatenliste der 2:1-Gelierzuckerpackung. Zucker ist drin, Pektine auch, dann noch Zitronensäure und ein Konservierungsstoff, alles klar – aber Halt: Palmöl? Da war ich irritiert. Ich bin also mit meiner Marmelade auf dem Brot mit schuld daran, dass Palmölplantagen den tropischen Regenwald zerstören?

Palmöl steckt inzwischen in vielen Lebensmitteln, wie Süßigkeiten, Keksen, Fertiggerichten und Eis, oder auch in Kosmetikartikeln, etwa in Duschgel. In einem heimischen Produkt mit Früchten und Zucker aus der Region hat es, so finde ich, aber nichts verloren. Gehärtete Fette wie Palmöl sollen die Schaumbildung verringern oder verhindern, heißt es von Dr. Oetker. Das Verbrauchertelefon von Pfeifer & Langen erklärt: Palm- und Kokosöl sei immer schon drin gewesen. Nötig sei es, damit die Masse gleichmäßiger werde und nicht ankocht. Mit Sonnenblumen- oder Rapsöl ginge es nicht.

Der Klimawandel ist inzwischen täglicher Begleiter in den Medien geworden. Aber wie vermittle ich in der Direktvermarktung meinen mitunter kritischen Hofladenkunden, die einen heimischen Fruchtaufstrich kaufen, dass sie damit doch in gewisser Weise global zur Klimaveränderung beitragen? Verstecken lässt sich das nicht: Bei der Kennzeichnung müssen alle Zutaten aufgelistet werden – auch die zusammengesetzten.  Die Aussage „Das haben wir immer schon so gemacht“ bringt uns nicht weiter. Zumal der Mitbewerber aus dem Süden es schafft, Gelierzucker ohne Palmöl herzustellen. Da muss man also nicht unbedingt in Bioläden oder Reformhäusern nach Alternativen suchen. Es geht also ohne. Wir naschen zu Hause übrigens gerne den abgeschöpften Schaum. ken