05.06.2019

Antibiotikaeinsatz in Geflügelhaltung kaum gesunken

Foto: landpixel

Während der Antibiotikaeinsatz in der deutschen Schweinehaltung und bei Mastrindern in den vergangenen Jahren offenbar deutlich gesenkt werden konnte, besteht bei Geflügel weiterhin großer Handlungsbedarf, insbesondere bei den Reserveantibiotika. Laut einem bislang noch internen Evaluierungsbericht des Bundeslandwirtschaftsministeriums, der verschiedenen Medien vorliegt, ging der Halbjahresverbrauch an Antibiotika bei Mastschweinen zwischen der zweiten Jahreshälfte 2014 und dem zweiten Halbjahr 2017 um gut 43 % auf 65,2 t zurück. Bei Mastferkeln wurde der Einsatz um gut 46 % auf 47,2 t und bei Mastrindern sogar um 76 % reduziert, hier jedoch auf einem ohnehin geringen Niveau von zuletzt 0,4 t. Der kolportierte Bericht weist allerdings bei Mastputen im gleichen Zeitraum eine nur vergleichsweise geringe Senkung um 3,8 % auf 36,7 t aus. Bei Masthühnern bewegte sich der Antibiotikaeinsatz mit 29,5 t zuletzt sogar nur unwesentlich unter dem Wert vom zweiten Halbjahr 2014. Besonders pro­blematisch sei, dass hier rund die Hälfte der verwendeten Antibiotika zu den Wirkstoffen gehöre, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den Reserveantibiotika in der Humanmedizin gezählt würden, heißt es in dem Report. Das Bundeslandwirtschaftsministerium geht zudem davon aus, dass das Reserveantibiotikum Colistin in manchen Geflügelhaltungen zwar seltener, aber in höherer Dosierung als früher üblich eingesetzt werde.