16.09.2020

ASP erreicht Deutschland

Foto: imago images/Reiner Bernhardt

Nun hat die Afrikanische Schweinepest (ASP) auch Deutschland erreicht. Bei einem nahe der polnischen Grenze in der brandenburgischen Gemeinde Schenkendöbern im Kreis Spree-Neiße gefundenen Wildschweinkadaver ist erstmals in Deutschland die ASP nachgewiesen worden. Die Untersuchungen des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) als nationalem Referenzlabor hätten den Verdacht „leider bestätigt“, teilte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner am Donnerstag vergangener Woche der Presse in Berlin mit. Sie habe deshalb umgehend den zentralen Krisenstab Tierseuchen aktiviert. „Wir sind auf diesen Fall vorbereitet und haben ein eingespieltes Team“, erklärte die Ministerin. Es gebe einen engen Kontakt und Informationsaustausch mit den Bundesländern, der Europäischen Union, der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und den Handelspartnern, berichtete die Berliner Agrarressortchefin. 

Keine Panik

Ausdrücklich warnte die Ministerin vor Panikmache. „Bisher gibt es nur ein infiziertes Wildschwein in Deutschland. Mit Blick auf Fragen besorgter Verbraucher betonte sie außerdem, dass das Virus nicht auf Menschen übertragbar sei.

Da Deutschland nun nicht mehr als ASP-frei gilt, droht eine längere Einfuhrsperre für deutsches Schweinefleisch in Drittstaaten, was insbesondere im Asiengeschäft zu erheblichen wirtschaftlichen Einbußen führen dürfte. Klöckner wies jedoch da­rauf hin, dass die Ausfuhr in andere EU-Länder aufgrund der Regionalisierung, für die sich Deutschland immer eingesetzt habe, weiter möglich sei. Dafür müsse nun ein „realistisches Restriktionsgebiet abgegrenzt werden“, in dem es laut Schweinepestverordnung zu Handelsbeschränkungen und Auflagen für Schweinehalter und Fleischbetriebe kommen werde. Dafür seien die zuständigen Behörden in Brandenburg zuständig.

Und die Behörden in Brandenburg haben inzwischen in einem Radius von 15 km rund um den Fundort des verendeten Wildschweins ein gefährdetes Gebiet abgegrenzt. Dies erstreckt sich über die Kreise Spree-Neiße, Oder-Spree und auf polnisches Staatsgebiet. Verschiedene Maßnahmen wurden in dieser Zone angeordnet. Dazu zählen ein komplettes Jagdverbot, eine intensivierte Fallwildsuche und der tierseuchengerechte Abtransport der Kadaver, die Überprüfung der Biosicherheitsmaßnahmen der Schweinebetriebe und eine Prüfung von Nutzungsbeschränkungen von landwirtschaftlichen Flächen, wie ein Verbot der Maisernte. Zudem wurde in einem Radius von 3 km eine umzäunte Kernzone um die Fundstelle eingerichtet, in der ein Betretungsverbot gilt. Auch eine Pufferzone im Umkreis von 30 km wurde definiert. Im Kerngebiet und in der Gefährdungszone gelten Verbringungsverbote für Schweine. Nach Angaben des Kreises Spree-Neiße gibt es im gefährdeten Gebiet 17 gemeldete Schweinehaltungen, eine davon in der Kernzone.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, forderte die Politik auf, „alles daranzusetzen, diese Seuche einzudämmen und wieder aus Deutschland zu verdrängen“. Dazu gehörten weiter die konsequente Bejagung von Schwarzwild mit einer möglichst wildschweinfreien Zone an der polnischen Grenze sowie ein stabiler Schutzzaun.

ASP-Untersuchung nutzen

Der Nachweis der ASP in Brandenburg hat natürlich auch die übrigen Bundesländer in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Die Landesregierungen versicherten allerdings, gut auf ein etwaiges Auftreten der gefährlichen Tierseuche vorbereitet zu sein. Hierzu gehört auch Nordrhein-Westfalen. Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser appellierte an die Schweinehalter, die seit Mai geltende Möglichkeit einer ASP-Untersuchung des Bestandes zu nutzen und durch eine nachgewiesene Kontrolle der Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen einen ASP-freien Status zu erlangen. Im Falle eines Seuche­n-ausbruchs im Wildschweinebestand setze die Landesregierung auf die speziell zur ASP-Bekämpfung gegründete Wildtierseuchen-Vorsorge-Gesellschaft mbH, berichtete die Ressortchefin.

Auch Bernhard Conzen, der Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), sieht Bund und Länder für den Seuchenfall gut gerüstet und wünscht sich, dass diese „mit der gleichen Konsequenz gegen das Virus vorgehen, wie es in Tschechien und Belgien erfolgreich praktiziert wurde“. Ausdrücklich begrüßte der RLV, dass die Bundesregierung derzeit intensive Gespräche mit China über eine Regionalisierung führt. China sei immerhin Deutschlands wichtigster Exportmarkt für Schweinefleisch außerhalb der EU. AgE/el


 

 

 

 

Die LZ Rheinland ist Medienpartner für die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort. Wir laden unsere Leser und Besucher unserer Website ein, sich den Internetauftritt unter www.kamp-lintfort2020.de anzuschauen. Dort finden Sie auch die Informationen rund um die Veranstaltungen auf dem Forum Landwirtschaft des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV). Hier gibt es „Landwirtschaft für jeden Geschmack“.

 

Service

Quicklinks

Das Landfrauentelefon

All Hentai games https://dtsmusic.top/ Foot Fetish