10.02.2021

Auch der größte Driss geht vorbei!

Dr. Bernd Lüttgens

Wenn du midden em Sturm stehst, wenn du beinah kaputtgehst, dann braucht es doch Zuversicht! Ob Umweltauflagen, mediale Verunglimpfungen oder eine Politik, der es gelegentlich schwerfällt, die Finger von unserem Eigentum zu lassen – am Ende wissen mer Buure, von so  ´nem Driss lassen wir uns nicht vom Wääch afbringe. Denn selbstbewusst ist uns klar, wir leben und wirtschaften nachhaltiger als diejenigen, die in ihrer urbanen Blase täglich den Stab über uns brechen. Die genießen allzu gern, was wir schaffen – ob gesunde Lebensmittel oder gepflegte Kulturlandschaften.

Irjenjed läuf schief – wer in den letzten Jahren die umweltpolitischen Botschaften der Ministerin Schulze aus Münster hört, zweifelt an der politischen Vernunft oder fragt sich auf gut Rheinisch: Wat jitt dat, wenn et fädisch is? Da wird in Berlin vollmundig angekündigt, wir brauchen einen Gesellschaftsvertrag für die Landwirtschaft, um im gleichen Atemzug ein Insektenschutzgesetz auf den Weg zu bringen! Leev Mädche aus Münster, hörst du nicht die Signale? Vertrag kommt von sich vertragen, das mit dem Gesetz – also jemandem was vorschreiben – passt nicht dazu. Es gehört schon ein guter Grad westfälischer Sturheit dazu, trotz der klaren Botschaft des roten Umweltministers aus Niedersachsen an dem eingeschlagenen Weg aus Verboten festzuhalten. Daher nix für ungut, auch wenn es schwerfällt, wirf deine westfälische Herkunft über Bord und probier es auf gut Rheinisch: Ist das denn nötig, wat soll de janze Quatsch? Es braucht doch nur ein wenig Einsicht, denn Sturheit ist kein guter Ratgeber, um Lösungen zu finden. Wir Buure haben ein Angebot auf den Tisch gelegt – wir wissen, dass Kooperation funktioniert.

Drum leeve Buure, de Kopp immer hoch, verlier nie die Hoffnung, nach dem Sturm kütt immer de Ruh!

Da kommt der Armin aus Oche ins Spiel. Öcher Junge sind dem Herrgott jot gelunge. Selten hat eine Bewerbungsrede den Menschen auf dem Land so aus der Seele gesprochen. „Vertrauen“ – das haben wir Buure eigentlich immer reichlich. Bei uns sind der Handschlag und das Zugesagte immer noch mehr wert als bedrucktes Papier. Drum leever Armin, wir nehmen dich beim Wort und sagen es in deiner Mundart: Wer jet will, dä kann ja komme – und wir kommen und verlangen eigentlich nur das Selbstverständliche: das Zugesagte einzuhalten.

Hier bist du nun gefordert, dem politischen Berlin rheinische Verlässlichkeit beizubringen. Denn uns ist doch klar, Rheinländer halten, was die Westfalen versprechen und nicht umgekehrt – wie es nicht selten in den westfälischen Fakenews heißt „Heiderassassa, falderallala“!

Und dann kütt et, wie et kütt. Ursula us Kölle muss alles daransetzen, die Enden zusammenzukitten. Et Julia – was schwach auf der Brust – hat et Angela zurate gezogen. Doch so richtig versteht Angela nicht, was Julia will. Da braucht es den Appell aus Düsseldorf – so geht das nicht! Dressich Johr lang machen wir zwischen Rhein und Weser im Bereich des Naturschutzes Kooperationen. Das ist nicht eine Schäl Sick. Denn wir brauchen keine Scheuklappen und können aufzeigen, was trotz all der Schwierigkeiten im europäischen Förderdschungel mit dem kooperativen Naturschutz geschaffen wurde. All die Klagegeister haben nur herumgestanden, zugeschaut und mit den Fingern auf die gezeigt. Wir haben bei allen natürlichen Widrigkeiten Verbesserungen angestrebt. Midden em Sturm liegt die Lösung auf der Hand und es kommt wieder Land in Sicht. Drum leeve Politiker im Bundestag, wenn et kütt, wie et kütt, dann fragt ihr einfach de Buure und die sagen euch: Loss de Finger bloß von dem Gesetz. Als Orientierungshilfe empfiehlt sich schließlich Artikel 3 des einzig wahren Grundgesetzes: Et hät noch immer jot jejange. Übersetzt heißt das: Was gestern gut gegangen ist, wird auch morgen funktionieren, denn Buure sind verlässlich.

Politisch korrekt? Das ist sicherlich eine Frage des Betrachters. Es gibt Zeiten, in denen es leichter ist, mit einer gesunden Portion rheinischer Gelassenheit an Themen he­ranzugehen. Denn es ist mehr als ärgerlich, dass sich Teile der Umweltszenen scheinbar wieder in die Schützengräben der 1980iger Jahre zurückziehen und die Frage nach der Sozialpflichtigkeit des Eigentums gestellt wird. Und gerade deshalb sollten wir die Leichtigkeit des Karnevals auch in diesem Jahr aufrechthalten. Mit etwas Abstand vom Alltag bekommt die Zukunft eine Perspektive. Denn selbst midden em Sturm lassen wir uns von so ‘nem Driss nicht von unserem Wääch afbringe.


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