24.11.2021

Auf einem guten Weg

Foto: Elena Peters

Im Herbst des vergangenen Jahres wurde ich vom Rheinischen Landwirtschafts-Verband (kurz RLV) angesprochen, ob ich Interesse hätte, gemeinsam mit dem Deutschen Bauernverband (kurz DBV) an einer Revolution zu arbeiten. Der DBV wollte gemeinsam mit (jungen) Unternehmerinnen erarbeiten, wie sie junge Frauen zur Unterstützung in politischen Themengebieten, Öffentlichkeitsarbeit etc. gewinnen können. Ich machte mir Gedanken, welche Chance sich aus meiner (gerade jungen und betriebsfremden) Meinung für den DBV ergeben könnte, und sagte zu. Kurze Zeit später fand ich mich in einem ersten Online-Meeting mit den Funktionären des DBV sowie anderen Frauen, die jeweils aus ihren Landesbauernverbänden vorgeschlagen wurden, wieder. Erstaunlich fand ich, dass diese Runde überwiegend Frauen enthielt, die sich mitten im (landwirtschaftlichen) Leben befanden und teilweise schon wichtige Posten im DBV bekleideten. War das die Auffassung des DBV von „jünger und weiblicher“? Welche Werte hatte der DBV überhaupt, mit der sich „jüngere und weibliche“ Personen, wie ich es bin, in Gänze identifizieren konnten? Es schien, dass dies alles noch erarbeitet werden musste.

Da das zweite Online-Treffen mitten in der Spargelsaison stattfand, fand dieses ohne mich statt. Ich freute mich aber über die Einladung für ein persönliches Treffen direkt im Haus der Land- und Ernährungswirtschaft des DBV am 16. und 17. November. Mein Ziel war, meine Bedenken aus dem ersten Kennenlernen, aber auch meine Denkanstöße (wie zum Beispiel junge Frauen dürfen nicht mehr dem Klischee „KKK“ untergeordnet werden) kundzutun. Denn zeigt sich nicht genau hier das grundlegende Problem unserer Landwirtschaft? Wir äußern uns negativ darüber, dass der Verbraucher unsere Produkte nicht wertschätzt, sind aber selbst nicht bereit, Zeit in Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit zu investieren. In Berlin hatten wir zwei Tage die Möglichkeit, daran zu arbeiten, welche Werte uns persönlich wichtig sind und welche in einer Verbandsstruktur enthalten sein müssen, damit jeder Einzelne bereit ist, über seine tägliche Arbeit hinaus Zeit zu investieren. Dabei stellten sich die Haupt- und Ehrenamtsspitze des DBV die vollen zwei Tage unseren (auch kritischen) Gedanken und Anforderungen, sodass es umso eindrucksvoller ist, zum Ende dieser Tage gemeinsam nachstehenden Appell erarbeitet zu haben: „Langfristig einen Weg zu etablieren, der es den Frauen ermöglicht, verantwortungsvolle Positionen mit Entscheidungskompetenz innerhalb des DBV zu bekleiden.“ Es zeigt sich, dass der DBV damit sicherlich auf einem guten Weg ist und (Frauen-)Luft geschnuppert hat, es dennoch oder gerade deswegen weiterhin wichtig ist, dass sich JEDE Frau aus der Landwirtschaft aktiv zeigt. Denn dass es genügend junge, motivierte Frauen auf dem Land gibt (siehe junge LandFrauen Kreis Viersen, Rheinland Süd und Niederrhein), die sich gegenseitig empowern, steht für mich außer Frage. Aber der Anfang ist gemacht!

Christina Ingenrieth


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