07.09.2019

Bahn will Glyphosateinsatz halbieren

Deutsche Bahn AG / Michael Neuhaus

Die Deutsche Bahn (DB) AG will den Einsatz von Glyphosat im kommenden Jahr um die Hälfte verringern. Das teilte das Unternehmen in Berlin mit. Demnach sollen weite Teile des Streckennetzes ab 2020 nicht mehr mit dem Totalherbizid behandelt werden. Künftig solle das Gleisbett verstärkt mit mechanisch-manuellen Verfahren vom Bewuchs freigehalten werden, hieß es. Die DB arbeitet eigenen Angaben zufolge bereits seit einigen Jahren daran, wirksame Alternativen zu Glyphosat zu entwickeln. Geprüft würden derzeit mögliche Verfahren auf Basis des Einsatzes von Heißwasser, elektrischem Strom sowie UV-Licht. Der Sprecher für Bioökonomiepolitik der Grünen im Bundestag, Harald Ebner, begrüßte die Ankündigung. Sollte die Bahn ihre Pläne umsetzen, müsse sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ein Beispiel daran nehmen. Von der Bundesregierung sei nach wie vor „kein Schrittchen“ zum angekündigten Glyphosatausstieg erkennbar. „Damit lässt Klöckner nicht nur alle Bürger im Stich, sondern vor allem auch die Bauern, die dringend Unterstützung brauchen auf dem Weg zum Ende des Glyphosat-Zeitalters 2022, wenn ohnehin die EU-Genehmigung für den Pflanzenvernichter endet“, erklärte Ebner. Die Deutsche Bahn gilt als größter Einzelabnehmer von Glyphosat in Deutschland. Das Unternehmen bringt eigenen Angaben zufolge 0,4 % der in Deutschland insgesamt verwendeten Menge des Totalherbizids aus. Bereits in den vergangenen Jahren wurde die Anwendung im Gleisbereich laut DB kontinuierlich verringert, und zwar von 70 t im Jahr 2016 auf zuletzt 57 t. Gelungen sei dies unter anderem durch die technikgestützte, immer präzisere Ausbringung, die durch mit Kameras und Sensoren ausgestattete Fahrzeuge erfolge.