04.06.2020

Bankkauffrau vs. Hofnachfolge

Meinen letzten Beitrag habe ich damit abgeschlossen, dass von einer möglichen Übernahme durch mich, weder von meinen Eltern noch von mir selbst, die Rede war. Hatte ich ja auch schließlich seit mehr als 25 Jahren gesehen, wie viel meine Eltern tagtäglich schufteten und wie wenig Zeit für Freizeitaktivitäten et cetera übrig blieb. Zudem wollten wir Kinder es doch grundsätzlich anders machen als die Eltern, oder? Na ja, vielleicht nicht ganz. Aber eins nach dem anderen …

Warum kommt also eine gelernte Bankkauffrau, die in diesem Beruf ja einen relativ geregelten Alltag gehabt hätte, dennoch auf die Idee, sich die ganze Sache um die Hofübernahme noch einmal zu überlegen? Diese Frage habe ich in den letzten Monaten, wenn nicht sogar Jahren, nicht allzu selten gestellt bekommen. Angefangen hat tatsächlich alles mit einem Seminar im Oktober 2017 während meines Studiums in Münster. Ich befand mich in meinem vorletzten Semester und belegte einen Kurs, gegeben von einer Unternehmensberaterin, zum Thema „Führen von Mitarbeitern/Konfliktmanagement“ (anscheinend hatte ich im Unterbewusstsein schon den Weg in Richtung Selbstständigkeit und Führungsposition eingeschlagen). Dieser Kurs beinhaltete, wie so viele Kurse der Fachhochschule, nicht nur theoretische, sondern auch einige praktische Übungen. So sollten wir bei einer Übung unsere Augen schließen und uns folgende Frage stellen: „Wie sieht mein Alltag heute in genau zehn Jahren aus?“ Dabei ging es in erster Linie darum, sich den zukünftigen Alltag so detailliert wie möglich vorzustellen und sich in die Situation hineinzufühlen. Gesagt, getan – ich schloss meine Augen und da war er: der Genholter Hof und ich mittendrin als Nachfolgerin! Oh, mein Gott!

Mein Unterbewusstsein schien mir also eine ganz andere Botschaft mitteilen zu wollen, als ich sie bisher wahrgenommen hatte. Konnte ich aber natürlich nicht direkt zu meinen Eltern spazieren und im Nebensatz erwähnen: „Ach übrigens, ich habe da letztens mal eine kleine Zeitreise ins Jahr 2027 gemacht und mich hier auf dem Betrieb gesehen. Ich übernehme ihn anscheinend …“. Ich war verunsichert und musste mir gleichzeitig auch eingestehen, dass ich mich eigentlich noch überhaupt nicht richtig mit der Nachfolgefrage beschäftigt hatte und somit weder ein klares „Go“ noch ein „No-Go“ an meine Eltern senden konnte. So begann also mein nun fast schon dreijähriger Entscheidungsweg „Hofübernahme: Ja oder Nein?“. Auf diesem Weg habe ich aber nicht Schnick-Schnack-Schnuck gespielt, um der Entscheidung näherzukommen, sondern vielmehr wertvolle Seminare belegt, intensive (manchmal auch Streit-)Gespräche geführt und sehr viele Erfahrungen gesammelt. Wovon ich gerne im nächsten Beitrag berichte. Christina Ingenrieth


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