21.05.2020

Bauern sagen Danke

Foto: Imanuel Krick

Die deutschen Landwirte möchten sich bei den Verbrauchern bedanken. Sie tun dies mit einer Staffelfahrt, die durch ganz Deutschland führen soll. Am 15. Mai traf der Schlepper samt „Danke-Wagen“ auf dem Münsterplatz in Bonn ein.

Für die Initiatoren „Land schafft Verbindung“ ist Bonn ein besonderer Ort. Dort fiel am 26. Oktober 2019 der Startschuss für die großen Kundgebungen und Demonstrationen gegen die agrarpolitischen Gesetzgebungen. Damals waren es Tausende von Menschen und Schleppern in vielen Städten. Das ist in Corona-Zeiten nicht mehr möglich. Damit die Landwirtschaft nicht in Vergessenheit gerät, hat die NRW-Orga von LsV Deutschland die Aktion mit dem Danke-Wagen initiiert, der jetzt von Stadt zu Stadt unterwegs ist. Es soll ein Dankeschön an die Verbraucher sein, die in den letzten Wochen verstärkt auf das regionale Warenangebot der direktvermarktenden Betriebe zurückgegriffen haben. Der Start erfolgte am 4. Mai in Olpe, vor Bonn stand der Wagen in Troisdorf-Eschmar auf dem Hof Frizen. Von Bonn aus erfolgt die Übergabe an Manfred Felten aus Meckenheim. Wachtberg, Bornheim und schließlich Köln mit Übernahme durch Markus Wipperfürth sollen weitere Stationen sein, der Niederrhein und das Münsterland liegen auf der Route, bevor der Wagen NRW in Richtung Niedersachsen verlässt.

Die Abschnitte werden kurzfristig geplant, die Haltepunkte hängen von den Genehmigungen der Städte ab. Wer die Route verfolgen will, kann dies über das GPS-Tracking auf der Facebook-Seite „LSV Deutschland – Bauern sagen Danke“ tun. Im November kehrt der Wagen nach Olpe zurück. „Wir freuen uns über die Wertschätzung, die jetzt in Krisenzeiten unseren Lebensmitteln gezollt wird“, sagt Bioland-Landwirt Albert Schmitz. „Unsere Hofläden erfahren viel Zuspruch, aber auch die regionale landwirtschaftliche Produktion insgesamt. Trotz allem möchten wir auch zukünftig auf die in unseren Augen falsche Gesetzgebung aufmerksam machen.“ Die Landwirte nutzen die Tour darüber hi­naus, um für „Ärzte ohne Grenzen“ zu sammeln. „Es geht uns in Deutschland sehr gut, deshalb müssen wir an andere Länder denken, wo die Not groß ist.“ Friederike Krick