26.05.2021

Brückenschlag für die Zukunft

Foto: imago/Shotshop

Die deutsche Landwirtschaft bleibt auch in Zukunft vielfältig strukturiert, wirtschaftet noch nachhaltiger und bietet jungen Menschen mehr Chancen zum Einstieg in den Beruf als heute. So lässt sich das Leitbild zur künftigen

Agrarwirtschaft zusammenfassen, das der Bund der Deutschen Landjugend (BDL) und die Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz (BUNDjugend) im Rahmen der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) gemeinsam entwickelt haben. Die darin formulierten Thesen sollen auch in die weitere Arbeit der Zukunftskommission einfließen. Der BDL und die BUNDjugend schlagen in ihrer „Gemeinsamen Vision zur Zukunft der Landwirtschaft“ die Brücke zwischen Erzeugern und Verbrauchern, zwischen regionaler und globaler Landwirtschaft sowie zwischen Tierhaltung und dem Klima- beziehungsweise Umweltschutz. Der Zehn-Punkte-Plan zeige einen Weg in die Zukunft auf, in der Landwirtschaft und Gesellschaft zusammenstünden, so die beiden Jugendverbände.

Der Vorsitzende der Zukunftskommission Landwirtschaft, Prof. Peter Strohschneider, hat laut Informationen von Topagrar zugesagt, dieses gemeinsame Zukunftsbild in seinen Abschlussbericht zu übernehmen. Die gemeinsame Vision zur Zukunft der Landwirtschaft, auf die sich BDL und BUNDjugend geeinigt hatten, bekommt damit höchste politische Bedeutung und könnte so auch in die Koalitionsverhandlungen der neuen Bundesregierung einfließen.

Debatten-Blaupause

Die konstruktive Zusammenarbeit mit der BUNDjugend bei der Konzipierung des Papiers ist für die BDL-Vorsitzende Kathrin Muus trotz stellenweise fast gegensätzlicher Positionen „eine Blaupause für die Debatte auch auf anderen Ebenen“. Myriam Rapior von der BUNDjugend betonte die Notwendigkeit eines klaren und ambitionierten Fahrplans für die Agrarpolitik der nächsten Jahre und Jahrzehnte. Sie rief zu einer Politik auf, „die Gräben schließt und einen großen Schritt nach vorne wagt“. Das „Zukunftsbild“ bietet ihr zufolge Landwirten eine Perspektive und schützt gleichzeitig das Klima und die Umwelt.

Die beiden Jugendorganisationen betonen in dem Papier dennoch, dass sie trotz großer Schnittmengen und starker Annäherung weiterhin auf unterschiedlichen Standpunkten beharrten. Dissens besteht nach Angaben des BDL beispielsweise hinsichtlich einer möglichen Verkleinerung von Tierbeständen sowie beim Umgang mit dem chemischen Pflanzenschutz und Mineraldünger.

Blick auf Gemeinsamkeiten

Zu den Gemeinsamkeiten gehören in ihrem Papier, dass beide auf unternehmerisch tätige Agrarbetriebe in regionalen Wertschöpfungsketten und mit einer großen Bandbreite an diversifizierten und spezialisierten Produktionsrichtungen setzen. Die Zahl der Unternehmen soll ungeachtet des seit Jahrzehnten anhaltenden Strukturwandels mindestens stabil bleiben oder sogar wachsen. Dafür braucht es nach Überzeugung von BDL und BUNDjugend Unterstützung für den beruflichen Nachwuchs bei der Ausbildung, dem Berufseinstieg und der Hofübernahme sowie dem Ausbau der Digitalisierung. Die Tierhaltung soll in Zukunft noch stärker am Tierwohl orientiert werden. Auch die räumliche Konzentration der Veredlung soll zu-gunsten einer breit gestreuten Tierproduktion abgebaut werden. Im Ackerbau drängen die Organisationen auf eine klimaresiliente Landwirtschaft, die in Stoffkreisläufen denkt und ihren Teil zum Klima-, Umwelt- und Artenschutz beiträgt – die Landwirtschaft soll einen positiven Einfluss auf den Klimaschutz haben. BDL und BUNDjugend wünschen sich auch ausgewogene Marktkräfte und gesellschaftliche Wertschätzung und Anerkennung für die Landwirte.

Im Papier wird außerdem gefordert, die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) neu auszugestalten. Für den BDL und die BUNDjugend bedeutet dies auch den Ausstieg aus den bedingungslosen Flächenprämien. Nach dem Willen der beiden Jugendorganisationen sollen die Standards für Arbeitsbedingungen, Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln EU-weit angeglichen werden. Auch international fordern sie faire Lieferketten und die Einhaltung von ökologischen, ökonomischen und sozialen Mindeststandards ein.

Das gesamte fünfseitige Zukunftsbild Landwirtschaft steht auf der BDL-Website unter www.landjugend.de/unsere-themen/zukunftsbild-der-land-wirtschaft zum Download bereit.

Grabenkämpfe überwinden

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) begrüßte das Papier und den gemeinsamen Ansatz der beiden Jugendorganisationen. „Das ‚Zukunftsbild Landwirtschaft‘ der Jugendverbände ist erfrischend anders, weil es die Gemeinsamkeiten von Landwirtschaft und Gesellschaft nach vorne stellt“, lobte AbL-Bundesgeschäftsführer Georg Janßen. Für ihn ist dieser Ansatz ein deutlicher politischer Weckruf an alle anderen Akteure, mit den Grabenkämpfen zwischen „immer weiter so“ auf der einen Seite und immer strengeren politischen Auflagen auf der anderen Seite aufzuhören.

ke/AgE


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Helfer: Landwirte packen in den betroffenen Gebieten mit an, waren oft mit die Ersten vor Ort.

Schäden: Laut der Vereinigte Hagelversicherung VVaG liegt die geschädigte Fläche bei 6.400 ha, die geschädigte Versicherungssumme wird auf 24.000.000 € geschätzt.

 

 

 

Aus Fehlern wird man klug

Jedem unterläuft mal ein Fehler, aber niemand redet gerne darüber. Aber so ärgerlich Fehler sind, so hilfreich können sie auch sein – wenn man bereit ist, aus ihnen zu lernen. Damit steckt in ihnen auch für landwirtschaftliche Betriebe ein großes Potenzial für Verbesserungen. Haben Sie Interesse Ihr Fehlerverhalten einmal näher zu beleuchten? Oder möchten Sie mithelfen, ein möglichst komplettes Bild der Lage zu erstellen? Dann nehmen Sie anonym an der Online-Umfrage teil:

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