19.01.2022

Das eigene Warum finden

Foto: Elena Peters

Auf meiner Inspirationsreise im Herbst 2020 durfte ich auch Annika Ahlers, Gründerin der Münsterländer Bauernbox eG (iG) und Bloggerin unter dem Namen erklaer_bauer, treffen und gemeinsam mit ihr erkennen, wie wichtig das eigene Warum für den Weg zum GeHo 2.0 ist.

Denn mein letzter Stopp hat mich in eine für mich äußerst wichtige Stadt geführt – ins wunderschöne westfälische Münster. Hier habe ich nicht nur viele Wochenenden in meiner Kindheit verbracht (was lange unser richtiger und einziger Urlaub war), sondern auch mein Studium zur Betriebswirtin absolviert und damit viele Weichen für mein jetziges „Sein“ gestellt. So freute ich mich besonders, für einen Austausch mit Annika die Stadt Münster noch einmal ansteuern zu können. Im Januar 2020 habe ich Annika auf der Verleihung des „agrarheute digital future awards“ in Berlin kennenlernen und im folgenden Februar sogar an einem ihrer Seminare zur eigenen Positionierung des

Hofes in der Öffentlichkeit teilnehmen dürfen. All das und ihre bisherigen Erfahrungen als Gründerin der Münsterländer Bauernbox eG (iG) und Bloggerin bewegten mich dazu, sie im Vorfeld anzuschreiben, ob sie Zeit und Lust für einen kleinen Austausch hätte. Mein Ziel dabei war, ihre Einschätzung zu erhalten, wie ich als Nichtlandwirtin einen landwirtschaftlichen Hof mit Freude und Motivation zukunftsfähig halten kann, und zu hören, wie sie selbst die Zukunft der Landwirtschaft – gerade auch für uns Frauen – sieht.

Wir trafen uns zuerst zu einem gemeinsamen Abendessen, bei welchem wir uns nicht nur über unsere jeweilige aktuelle Situation austauschten, sondern auch direkt auf den gleichen Nenner in Bezug auf die Selbstständigkeit kamen: Wir sind überzeugt, dass die Selbstständigkeit erst dann Früchte tragen wird, wenn wir eine Aufgabe gefunden haben, die uns zu 100 % erfüllt und uns Freude bereitet. Und damit wir diese Aufgabe finden können, so erzählte Annika mir, sei es wichtig, dass eigene Warum zumindest ansatzweise beantworten zu können. Ich schaute sie fragend an. Mir war klar, dass mir die Aufgabe Spaß machen sollte, denn schließlich werde ich als Selbstständige mehr als

40 Stunden in der Woche arbeiten und das wird definitiv besser klappen, wenn sich die Aufgabe nicht als „Arbeit“ anfühlt und im besten Fall noch einigermaßen lukrativ ist. Aber was genau hatte mein eigenes Warum damit zu tun? Annika lächelte und antwortete wie folgt: „Na ja, Christina, eigentlich ist es doch ganz einfach. Wenn du dir vor Augen führst, warum du diese Arbeit machst, legst du schon einen ­ersten Grundstein für deine Motivation. Das Warum ist dabei praktisch die Verbindung zwischen dir und deinem Leben, deinem Job und deiner Berufung.“

Wie sich das eigene Warum weiter gestaltete, berichte ich demnächst.

Ihre Christina Ingenrieth