24.03.2021

Der Blick zurück lohnt sich

Marilena Kipp

Wasser muss geschützt werden. Darin waren sich Landwirte, Wasserversorger und Politiker bereits vor über 30 Jahren einig. Sie legten mit ihrem Kooperationsmodell den Grundstein für jahrzehntelangen erfolgreichen Gewässerschutz – miteinander und auf Augenhöhe. Wie passt dieses Modell in unsere heutige Welt und was können wir davon lernen?

Zusammenarbeit, Teamwork, Gemeinschaftsproduktion oder Kooperation. All diese Wörter stehen für Partner mit vielleicht unterschiedlichen, aber auch ähnlichen Interessen. Partner, die mit viel Arbeit gemeinsam eine Lösung erschaffen, von der beide Seiten etwas haben. In unserem Beispiel heißt das: eine stabile und erfolgreiche Beziehung zwischen Landwirten und Wasserversorgern – die NRW-Wasserkooperationen.

Eine so erfolgreiche Beziehung, dass man sich daran mittlerweile fast schon gewöhnt hat. Was da hilft? Etwas, was wir auch in diesem Heft probieren wollen: kurz innehalten und eine Bestandsaufnahme machen (siehe Seite 18 und 19), auch mal einen Blick zurückwerfen (siehe Seite 18) und ganz wichtig – für die Zukunft gemeinsam neue Ziele finden und kommunizieren (siehe S. 14). Anlässlich eines digitalen Festaktes trafen sich Verbände und Politik in dieser Woche, um die Weichen für die Zukunft zu stellen und auch weiterhin gemeinsam auf die Kooperationsarbeit zu setzen. Das Wörtchen „Arbeit“ ist hier bewusst gewählt, denn die Erfolge der Kooperationen sind keine Selbstverständlichkeit und müssen ständig neu erarbeitet werden. Dabei sind keinesfalls nur die Landwirte gefragt, auch ihre Partner in den Kooperationen, die Wasserversorger haben ihren Teil der Zusammenarbeit zu erfüllen, damit die gegenseitig erbrachten Leistungen keine Selbstverständlichkeit werden. In unserer heutigen Welt mit sozialen Medien, großem politischem Druck, schnell gemachten Versprechen und öffentlichen Diskussionen ist eine Aufrechterhaltung einer alten Vereinbarung nicht ganz einfach – umso wichtiger ist es, sich an die damaligen Anfänge und Werte zu erinnern.

Was die Kooperationen damals so erfolgreich gemacht hat, war das menschliche Miteinander auf Augenhöhe. Das betont auch RLV-Ehrenpräsident Reiner Latten anlässlich der Unterzeichnung des 12-Punkte-Programms. Und er muss es wissen – schließlich war er damals maßgeblich beteiligt. Ist uns dieses Miteinander verloren gegangen? Ist drohendes Ordnungsrecht fehlendem Vertrauen geschuldet oder erscheint es einfach als der leichtere Weg? Wie schaffen wir es, außerhalb der Wasserkooperationen dieses Miteinander von damals, das Aufeinanderzugehen und das Finden gemeinsamer Lösungen, wieder als Selbstverständlichkeit zu etablieren?

Seit über 30 Jahren existiert das Modell Wasserkooperation in NRW und ist damit ein Paradebeispiel für eine gleichberechtigte Zusammenarbeit, die sich Landwirte und ihre Verbände auch in anderen Themenbereichen wünschen. Nicht umsonst möchte man auch beim Insektenschutz gerne einen kooperativen Weg gehen. Es ist die einzige Möglichkeit, allen Interessen die verdiente Aufmerksamkeit zu schenken ohne eine Seite mit pauschalem Ordnungsrecht zu überziehen, das schlimmstenfalls mehr zerstört als nützt.

Muss man dabei auch mal einstecken? Mit Sicherheit. Werden einem nicht alle Kompromisse gefallen? Auch das. Beim Gewässerschutz war man damals schon weiter und hat es geschafft, sich zu einigen. Es ist an der Zeit, einen Blick zurückzuwerfen und sich der Werte zu besinnen, die damals zu Lösungen geführt haben. Teamwork – nicht nur was Gewässerschutz angeht, sondern alle Themen, die Landwirtschaft und Umwelt betreffen. Das wäre die vermutlich größte Kooperation, die man eingehen kann.


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