28.04.2021

Der Wolf in Swisttal

Foto: Marilena Kipp

Schadenverursacher: Wolf (Canis lupus), Status: Eindeutiger Nachweis, Bemerkung: 2 Schafe tot, 3 Schafe verletzt und später euthanasiert; HW01, Individualisierung nicht möglich. So heißt es auf der Website des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW. Was hier nur ein Eintrag in eine lange Liste an Wolfsrissen ist, ist für Landwirt Hermann Mirgeler praktische Realität.

Fünf trächtige Schafe verlor er an einen bisher unbekannten Wolf: „Das kam für uns total überraschend“, erklärt er. Das Geschehen am Niederrhein und in Eitorf habe man natürlich im Blick, aber mit einem Übergriff auf seine Tiere habe er nicht gerechnet. Eine Bekannte informierte den 37-Jährigen Ende Februar, dass auf seiner Weide ein totes Schaf liegt. „Ich dachte zuerst, dass vielleicht bei einer Ablammung etwas schiefgelaufen ist. Auch weil die Weide von einem 1,50 m hohen Zaun umgeben war“, erinnert er sich. Beim ersten Blick auf die verwundeten Tiere kam ihm dann der Verdacht, dass ein Hund der Verursacher sein könnte. „Die Tiere wiesen jedoch alle Kehlbisse auf und wir riefen den Wolfsgutachter an. Drei Wochen später bestätigten sie uns, dass es tatsächlich ein Wolf war.“ Drei Tiere wurden noch tierärztlich behandelt, konnten jedoch nicht gerettet werden. „Wir haben alles probiert, aber es hat leider nicht geklappt. Teilweise waren die Luftröhren verletzt. Das war kein schöner Anblick“, erinnert sich Mirgeler. Zwillings-Lämmer, die eines der Schafe noch bekam, zieht er nun mit der Flasche auf. Das heißt für den Nebenerwerbslandwirt: viermal täglich füttern, neben seinem Job als Landmaschinentechniker.

Die Zusammenarbeit mit den Gutachtern verlief pro­blemlos, bei anderen Punkten sieht Mirgeler in der Praxis jedoch Verbesserungsbedarf. „Es ist zum Beispiel nicht klar, wer die Tierkörperentsorgung bezahlt. Hier bekomme ich keine klare Auskunft, das läuft sehr schleppend.“ Auch auf dem finanziellen Mehraufwand für die Handaufzucht der Lämmer und dem Verlust durch die noch nicht geborenen Tiere bleibe er sitzen. Seine Schafe bringt der Landwirt nun erst mal auf Weiden, die möglichst nahe an Siedlungen liegen. Gut fühlt er sich dabei nicht: „Ich habe ein sehr mulmiges Gefühl, sie wieder da rauszubringen“. mk


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