14.03.2019

Eigenvorsorge am wichtigsten

Foto: landpixel

Ihre Ablehnung einer staatlichen Bezuschussung von Agrarversicherungsprämien haben Prof. Norbert Hirschauer von der Universität Halle-Wittenberg und Prof. Oliver Mußhoff von der Georg-August-Universität Göttingen bekräftigt. In einem Diskussionspapier mit dem Titel „Ökonomische Einschätzung der Subventionierung von Agrarversicherungen“ führen die beiden Agrar-ökonomen Bedenken hinsichtlich der Finanzierung und möglicher Verzerrungen am Versicherungsmarkt an. Sollte es beispielsweise nicht gelingen, zusätzliche Mittel für solche staatlichen Zuschüsse freizumachen, könnten bei einer Umwidmung von Transferzahlungen weniger „geldwerte Leistungen“ bei den Landwirten ankommen. Unsicher sei auch die Reaktion der Versicherer auf Prämiensubventionen. Diese könnten einen Teil zur Erhöhung ihrer Gewinnmargen abschöpfen. Dem sei allenfalls mit einer Selbstverpflichtung der Branche zur vollen Weitergabe der Subventionen zu begegnen, was jedoch weitere Fragen zu deren Kontrolle aufwerfe.

Ohnehin bezweifeln Hirschauer und Mußhoff die Rechtfertigung eines staatlichen Eingriffs in den Markt für Risikoversicherungen. Sie verweisen auf das „breite Arsenal“, das Landwirten in Form von Produktionsanpassung, Diversifizierung, Reservenbildung und verfügbaren Versicherungen bereits zur Verfügung stehe. Bei einer subventionierten Versicherung hätten die Unternehmer hingegen einen geringeren Anreiz, sich selbstverantwortlich gegen Risiken abzusichern. Zudem bestehe die Gefahr, dass sie im Vertrauen auf die staatlich unterstützte preiswerte Versicherung Produktionsverfahren umsetzen, die nicht standortangepasst oder nicht wettbewerbsfähig sind. Dadurch könne eigenverantwortliches Risikomanagement und die ökonomisch sinnvolle Anpassung an sich ändernde Rahmenbedingungen verhindert oder verzögert werden, so die Agrarökonomen. AgE