25.05.2022

Eine besondere Reise

Foto: privat

Zweimal war sie wegen der Corona-Pandemie verschoben worden, aber in diesem Jahr konnte die lang geplante Berlinreise des Landfrauenverbands Rhein-Kreis Neuss/Stadt Mönchengladbach endlich stattfinden. In Koordination mit der Konrad-Adenauer-Stiftung war es vom 27. April bis 1. Mai so weit. 18 Landfrauen aus unterschiedlichen Ortsgruppen starteten von Mönchengladbach aus in Richtung Berlin. Jede einzelne mit ihrer eigenen Erwartungshaltung an diese Reise.

Am nächsten Tag stand die erste Bus-exkursion zum Thema „Ort der Geschichte und Zukunft von Berlin mit Haltepunkten an bedeutenden historischen Orten“ auf dem Programm. Dr. Tobias Geissmann von der Konrad-Adenauer-Stiftung erläuterte beeindruckend die Details zur Museumsinsel, zum Diplomatenviertel, Regierungsviertel, Checkpoint Charlie etc. Keine der Teilnehmerinnen hatte bisher eine Berlin-Führung mit einer solchen Informationsfülle und so anschaulichen Erläuterungen erlebt. Anschließend ging es in die Berliner Unterwelten. Es gab eine anschauliche und authentische Erläuterung zum Berliner Untergrund, der mit U-Bahnsystemen, der Kanalisation und mit selbst gegrabenen Tunneln zur Flucht genutzt wurde. Der Besuch einer Revue im Friedrichstadt-Palast rundete den Tag ab.

Auch die Besichtigung des wieder neu eröffneten Futurium mit einer interaktiven Führung zu wichtigen Zukunftsthemen wie Klima, Wohnen, Ernährung und Technologie stand bei der Berlinreise der Landfrauen auf dem Programm. Eine Anregung zu Visionen und Modellen für die Zukunft. Wie entwickelt sich das Verhalten der Verbraucher? Auf was muss sich die Landwirtschaft einstellen?

Der letzte Tag in Berlin stand unter dem Thema der Stasivergangenheit und Berliner Mauer. Der Besuch der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, die ehemalige Haftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit, vermittelte einen tiefbleibenden Eindruck über die Vergangenheit der Stasi. Ein Zeitzeuge der damaligen Zeit führte die Landfrauen über das Gelände. Während der Führung wurde es oft still, da alle geschockt waren über die Machenschaften und Brutalität der Stasi zur Umsetzung und Durchsetzung der geplanten Philosophie. Anschließend ging es zum original erhaltenen Teil der Berliner Mauer mit Erläuterungen zum Aufbau und historischen Ereignissen an der Bernauer Straße.

Am letzten Abend der Reise hatten die Landfrauen die Gelegenheit, Berlin von oben, im Panorama-Restaurant auf dem Fernsehturm, zu erkunden, bevor es nach interessanten und anstrengenden Tagen zurück nach Mönchengladbach ging. Das Fazit der Landfrauen fiel eindeutig aus: Berlin ist auf jeden Fall eine Reise wert.

Monika Clemens