30.07.2020

„Eine gute Zucht braucht Geduld und Leidenschaft“

Foto: Fides Marie Lenz

Bernd und Christel Brüggemann – diese Namen sind den meisten Texelzüchtern ein Begriff. Der letzte Landessieger der NRW-Schaftage kam aus dem Zuchtstall Brüggemann in Ahlen im Münsterland. Auch sonst waren die Tiere überaus erfolgreich. Grund genug, vor den nächsten Schaftagen hinter die Kulissen der erfolgreichen Züchter zu schauen.

Vor 46 Jahren fing alles mit fünf Texelschafen an, aktuell sind 37 Mutterschafe im Bestand. Diese grasen heute beschaulich auf saftigen Wiesen rund um den Hof. Zwischenzeitlich umfasste der Bestand bis zu 100 Mutterschafe. „Der Aufbau einer guten Herde dauert allerdings seine Zeit“, so Bernd Brüggemann. Das Ehepaar züchtete von Anfang an konsequent im Herdbuch und behielt das Zuchtziel und seine eigenen Ansprüche an die Schafe immer im Blick. Oberstes Ziel: gesunde und korrekte Tiere.

„Als Züchter muss man immer einen Schritt voraus denken, um langfristig erfolgreich zu sein“, ist sich Bernd Brüggemann sicher. Und so waren Christel und Bernd Brüggemann immer vorne mit dabei: Sobald es Anfang der 1980er-Jahre möglich war, wurde die ganze Herde auf Maedi-Visna saniert. Dazu nahmen sie zwei Jahre mutterlose Aufzucht an einem anderen Standort in Kauf und bauten die Herde von Grund auf neu auf. Das Gleiche gilt selbstredend für Scrapie und Mikrophthalmie. Sogar die künstliche Besamung wurde im Betrieb getestet.

„Natürlich darf man immer nur korrekte, geprüfte und gesunde Tiere verkaufen“, ist Brüggemanns Anspruch, „dann kommen die Kunden auch wieder.“ Gleichzeitig stellt Brüggemann diesen hohen Anspruch auch an Tiere, die er selber zukauft. Bei guten Linien ist er auch mal bereit, nicht maedifreie Tiere selbst in Quarantäne zu stellen und testen zu lassen. Am Ende kann man nur erfolgreich sein, wenn man diese hohen Ansprüche in allen Bereichen umsetzt. Der Erfolg gibt den beiden recht: Die Wand im Stall ist voller Plaketten, im Haus hängen zahlreiche Urkunden. Schauen und Auktionen sind den beiden wichtig, um den Stand ihrer Zucht im Vergleich zu anderen sehen zu können. Dabei kann man seine eigenen Ziele hinterfragen, vor allem im Bereich der gesunden und tragfähigen Fundamente darf man nicht betriebsblind werden.

In die Vorbereitung auf Schauen und Auktionen investieren die beiden viel Zeit. Frühzeitig vor Meldeschluss werden die Tiere ausgewählt und in eine gesonderte Herde gestellt. Etwa 14 Tage vor der Veranstaltung beginnt das Führtraining. „Ein Tier, das locker am Halfter läuft, präsentiert sich einfach ganz anders als eins, das sich fest macht und gezogen werden muss“, meint Bernd Brüggemann. Zuerst werden die Tiere kurzfristig angebunden, damit sie lernen, dass ihnen nichts Schlimmes dabei passiert. Wenn sie ruhig stehen und sich nicht gegen das Halfter wehren, beginnt das Führtraining. „Etwa nach dem dritten Mal hat man das Gefühl, dass die Schafe es grob verstanden haben. Wenn man dranbleibt, werden sie recht schnell zutraulich. Aber auch hier ist Geduld gefragt“, so Brüggemanns Erfahrung.

Die ausgewählten Tiere bleiben wie alle anderen auf der Wiese, allerdings wird besonders aufgepasst, dass sie sich nicht in den Matsch legen können. Nasse und matschige Stellen auf der Weide werden dann regelmäßig ausgezäunt. Das ist natürlich ein großer Aufwand. „Ja, da bin ich schon genau und wohl auch ein bisschen pingelig. Viele Züchter kennen mich mit meiner Bürste. Bevor es am Veranstaltungstag in den Ring geht, werden die Tiere von Stroh befreit. Das ist mir einfach wichtig, die sollen schon ordentlich aussehen“, erzählt Bernd Brüggemann lachend.

Auch dieses Jahr sind zehn Tiere zu dem maedifreien Tag der NRW-Schaftage angemeldet. Dieses Jahr findet die Veranstaltung aufgrund der Corona-Situation als reine Kör- und Verkaufsveranstaltung statt. Doch Bernd Brüggemann meint: „Besser so und man hat die Möglichkeit, die Böcke und Schafe über die Auktion zu verkaufen als gar nicht.“

Fides Marie Lenz, Schafzüchtervereinigung NRW


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