13.10.2021

Enquetekommission veröffentlicht Gutachten zur Zukunft der Landwirtschaft

Foto: landpixel

Die Enquetekommission „Gesundes Essen. Gesunde Umwelt. Gesunde Betriebe – Zukunftschancen für die nordrhein-westfälische Landwirtschaft gestalten, mittelständische Betriebe stärken, hohe Standards in Ernährung und Umweltschutz gemeinsam sichern“ des Landtags hat in der vergangenen Woche drei Gutachten vorgestellt. Diese beleuchten für die Landwirtschaft aktuelle Themenkomplexe: umweltpolitische Auflagen, Nachhaltigkeitsbewertung und Digitalisierung. Besonderheit ist, dass sie den Fokus auf Nordrhein-Westfalen sowie die betriebliche und volkswirtschaftliche Perspektive legen. Erkenntnisse dieser Gutachten sollen in den Abschlussbericht der Kommission einfließen, der auch Handlungsempfehlungen für die Landesregierung geben soll. Dieser wird voraussichtlich im März nächsten Jahres vorgelegt und damit vor Ende der Legislaturperiode.

Warnung vor Betriebsaufgaben

In seinem Gutachten zu den Auswirkungen umweltpolitischer Auflagen stellte Prof. Dr. Uwe Latacz-Lohmann von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel quantitative Abschätzungen der wirtschaftlichen Folgen von Neuregelungen auf landwirtschaftliche Betriebe an. Dabei ermittelte er anhand von Modellbetrieben in der Köln-Aachner Bucht sowie der Soester Börde in der Summe Erwerbsverluste von 125 und 185 € je ha. Dabei berücksichtigte er vor allem Regelungen, die infolge der novellierten GAP, der Düngeverordnung sowie Auflagen für Gewässerrandstreifen auf die Betriebe zukommen. Für Milchviehbetriebe könnten seinen Berechnungen zufolge die Einkommensverluste zwischen 89 bis 171 € je ha betragen. Den größten einkommensmindernden Effekt haben laut der Studie die Vorgaben infolge der GAP. „Das Auflagenbündel könnte zur Aufgabe einzelner Betriebe führen“, warnte Jan-Hendrik Buhk, der an dem Gutachten mitgearbeitet hatte und dieses vorstellte.

Mit Ansätzen zur stufenübergreifenden Nachhaltigkeitsbewertung in agrar- und ernährungswirtschaftlichen Wertschöpfungsketten unter Berücksichtigung der Wirtschaftsstrukturen in Nordrhein-Westfalen befasste sich Dr. Volker Ebert von der Unternehmensberatung AFC. Er verglich verschiedene Systeme, die zum Beispiel von der Wissenschaft, von Interessenverbänden oder der Industrie entwickelt worden sind. Seiner Einschätzung zufolge könnten die Teilnahme an solchen Systemen und der Nachweis nachhaltigen Wirtschaftens die Verhandlungsposition von Landwirten gegenüber Abnehmern stärken. Allerdings räumte Dr. Ebert auch ein, dass schon eine einheitliche Definition des Begriffs Nachhaltigkeit schwierig sei.

Schulung dringend nötig

Auf die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung in der Landwirtschaft ging schließlich Klaus-Herbert Rolf von der Claas KGaA ein. Dabei zog er vor allem drei Schlussfolgerungen, die sich aus Gesprächen mit Experten und Umfragen bei Praktikern he­rauskristallisiert hatten:

1. Die Landwirtschaft braucht ein flächendeckendes Funknetz, um die technischen Möglichkeiten nutzen zu können.

2. Die Schnittstellen zwischen den einzelnen Geräten und Anwendungen müssen vereinheitlicht werden, um einen durchgängigen Datenaustausch zu ermöglichen.

3. Das Thema Digitalisierung muss in Aus- und Fortbildung mehr Berücksichtigung finden.

Mit den Ergebnissen will die Kommission, die mit 13 Abgeordneten aller im Landtag vertretenen Parteien besetzt ist, parteiübergreifend dazu beitragen, dass die Landwirtschaft in NRW die Herausforderungen bewältigen kann. „Wir wollen die Landwirte nicht im Regen stehen lassen“, versprach der Vorsitzende der Kommission, der FDP-Abgeordnete Markus Diekhoff, zum Abschluss der Präsentation der Studien.

ds


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