01.05.2021

Ernährung als „Ersatzreligion“

Foto: imago/Westend61

Essen dient längst nicht mehr nur dazu, satt zu machen. Heute ist Ernährung eine Frage von Lifestyle und Gesundheit. Man ist, was man isst. Mit der Auswahl der Lebensmittel zeigt man seine Einstellung zu Gesundheit, Umwelt und Klima und trifft eine Aussage, die auch von anderen wahrgenommen wird, wie: „Schaut mich an, ich esse kein Fleisch!“ Ernährung ist dabei fast zu einer Ersatzreligion geworden. Man gehört durch seine Ernährung einer bestimmten Gruppe an, identifiziert sich damit, kann sich aber gleichzeitig von anderen abheben und etwas Besonderes sein.

Mit Ernährung gelingt das relativ leicht. Essen muss jeder. Da kann man leicht mitreden, ohne sich damit intensiv beschäftigen zu müssen und für sich selbst eine Antwort gefunden zu haben. Ernährungstrends geben einfache Antworten, indem sie bestimmte Nahrungsmittel als besonders gut, andere wiederum als schlecht bezeichnen. Mit ihren Regeln, Geboten und Verboten geben sie den Menschen Orientierung und meist auch das Versprechen, etwas für die Gesundheit zu tun. Mit der richtigen Ernährung, so der Gedanke, bleibt man leistungsfähig, optimiert sich selbst und bleibt gesund.

Mehr in LZ 17-2021 ab S. 78


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