09.01.2019

Erste Raiffeisen-Bilanz 2018 – Perspektiven 2019

Foto: agrar-press

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) geht für 2018 von einem Rückgang des Gesamtumsatzes der 2 104 Unternehmen in der genossenschaftlichen Gruppe von zuvor 63,0 Mrd. € um mehr als 9 % auf 57,2 Mrd. € aus. Die Geschäftsentwicklung in der Warenwirtschaft litt insbesondere unter den auch dürrebedingt niedrigeren Erlösen im Getreidehandel sowie beim Verkauf landwirtschaftlicher Betriebsmittel. Die diesjährigen Perspektiven der Warengenossenschaften sieht der DRV in starkem Maß auch weiterhin durch die volatilen internationalen Rohstoffmärkte sowie von politischen und gesellschaftlichen Faktoren bestimmt.

Mit Blick auf die Milchwirtschaft zeigt sich der Raiffeisenverband für das neue Jahr ebenfalls unsicher. Es sei schwer abzuschätzen, wie die ausgeprägte Trockenheit 2018 die Verfügbarkeit und Qualität des Grundfutters auf den Betrieben beeinflusst habe und

in welchem Ausmaß sich dies auf die Milcherzeugung in den ersten Monaten 2019 auswirken werde, stellt der DRV fest. Die Unternehmen der genossenschaftlichen Vieh- und Fleischwirtschaft erwarteten für 2018 einen Umsatzrückgang von gut 8 % auf 6 Mrd. €. Maßgeblich dafür waren laut Raiffeisenverband die niedrigeren Schweine- und Rinderpreise, denn die Schlachtungen bei den genossenschaftlichen Unternehmen entwickelten sich stabil. Vor dem Hintergrund der Afrikanischen Schweinepest (ASP) spricht der DRV im Hinblick auf die diesjährige Schlachtschweineproduktion von „großen Unsicherheiten“. Für die Rinderschlachtungen sagt er einen Anstieg im Frühjahr voraus.

Die Obst-, Gemüse- und Gartenbaubranche konnte den Gesamtumsatz im vergangenen Jahr mit schätzungsweise rund 3,3 Mrd. € halten. Ihre Herausforderungen ergeben sich vornehmlich aus den politischen Rahmenbedingungen. Als Stichworte werden vom DRV hier unter anderem der Pflanzenschutz, die neue Düngeverordnung und der Mindestlohn genannt.

In einer schwierigen Lage befinden sich laut Angaben des DRV die 715 ihm angeschlossenen Agrargenossenschaften. Der Umsatz der Betriebe solle 2018 dürrebedingt im Mittel aller Produkte und Regionen um 10 % auf insgesamt rund 1,75 Mrd. € gesunken sein. Im Hinblick auf die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) fordert der Raiffeisenverband, dass die Agrargenossenschaften bei der künftigen Ausgestaltung der Direktzahlungen wie bisher als Mehrfamilienbetriebe anerkannt werden. AgE