14.06.2022

Externe Beratung

Foto: Elena Peters

Heute möchte ich Ihnen von einer anderen – für uns hier nicht unwichtigen – Erfahrung berichten und nehme Sie dazu noch einmal mit ins Jahr 2019. Ich kam gerade von der Anstellung auf dem familiengeführten Betrieb am Niederrhein, wurde daheim fest angestellt und immer noch beschäftigte mich die Frage: „Hof übernehmen: Ja oder nein?“ Für diese Entscheidung sind neben Daten und Fakten über den Hof auch Zukunftseinschätzungen wichtig. Und diese sind insbesondere dann noch wertvoller, wenn sie von betriebs- aber nicht fachfremden Experten kommen. Betriebsfremdheit ist deswegen wichtig, weil wir als (Familien-)Mitglieder stets und ständig hier auf unserem Hof unterwegs sind und die Potenziale, die hier noch schlummern, nicht mehr erkennen – eben faktisch betriebsblind sind. Dieses Gefühl habe ich übrigens auch häufig bei der Arbeit für unsere Social-Media-Kanäle: Ich gehe über den Hof und frage mich: „Welchen Einblick könnten wir denn mal gewähren?“, während wahrscheinlich im gleichen Moment etwas auf den ersten Blick völlig Banales, aber für Außenstehende super Interessantes passiert. Aber das nur am Rande!

So haben wir uns – wie zuvor mit der Beraterin der Landwirtschaftskammer zum Thema Hofnachfolge – jemand Neues gesucht, der sich gemeinsam mit uns unseren Hof einmal zur Brust nimmt. Dabei sollten nicht nur Stärken und Potenziale aufgedeckt, sondern auch Schwächen und Herausforderungen thematisiert werden. Die Suche nach einem geeigneten Berater gestaltete sich jedoch zu Anfang schwierig, besteht unser Hof ja neben der Landwirtschaft auch aus dem Hofcafé, dem Hofladen und den Gästezimmern und umschließt damit unterschiedliche Themenbereiche. Glücklicherweise haben wir aber ein Unternehmen finden können, das sich schwerpunktmäßig zwar mit Hotel- und Tourismusthemen auseinandersetzt, gleichwohl aber größtenteils auch (landwirtschaftliche) Familienbetriebe berät.

Das erste Beschnuppern mit unserem potenziellen Berater Thomas fand während eines einstündigen Telefonats statt. Dabei wollte Thomas wissen, was unser grobes Ziel für eine mögliche Zusammenarbeit sei. Dies war zum einen, eine weitere Entscheidungshilfe für mich zu erhalten, und zum anderen auch, ein Gefühl dafür zu bekommen, wo der GeHo steht und was aus ihm noch herauszuholen ist. Im Angebot hieß das Kind dann wie folgt: „Zielsetzung der Beratung ist, gemeinsam ein sinnvolles Zukunftskonzept für den Genholter Hof zu entwickeln, das wirtschaftlich und konzeptionell sinnvoll ist und zu den Vorstellungen von allen Familienmitgliedern, insbesondere von Christina, und dem Standort passt.“

Wie die Erarbeitung eines solchen Zukunftskonzepts dann ausgesehen hat und noch wichtiger, was wir aus diesem nachhaltig haben mitnehmen können, verrate ich Ihnen gerne in vier Wochen.    

Christina Ingenrieth