10.02.2021

Familie UND Unternehmen

Foto: Elena Peters

Wo stehe ich eigentlich gerade? Seit Dezember 2019 bin ich im GeHo fest angestellt und versuche hier meinen Weg und vor allen Dingen meine Vision für den GeHo 2.0 zu finden. So möchte ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, rückblickend einen Eindruck davon vermitteln, wie ich im vergangenen Juli zu der verrückten Entscheidung gekommen bin, den GeHo final in die vierte Generation bringen zu wollen.

Oktober 2018: Mein Studium lag in den letzten Zügen und ich musste mich nun mehr damit beschäftigen,

wo­rüber ich meine Bachelorarbeit schreiben wollte. Schließlich würde ich die kommenden drei Monate mit dieser Arbeit verbringen, sodass es ein Thema sein sollte, was mich auch persönlich interessierte. Da lag es nah, ein Thema zu wählen, welches mit meiner Entscheidungsfindung „Hofübernahme – ja oder nein?“ zu tun hatte. So tippte ich einfach Begriffe wie Familienunternehmen, Nachfolge und Generationswechsel bei Google ein und durchforstete Tage und Nächte verschiedene Internetseiten und Artikel. Dabei fand ich viele interessante Dinge, die es bestimmt wert gewesen wären, eine 50-seitige Bachelorarbeit darüber zu schreiben. Wussten Sie beispielsweise, dass im Zeitraum von 2018 bis 2022 rund 150 000 Familienunternehmen mit dem Thema Nachfolge konfrontiert sind? Sich davon aber nur eine Handvoll mit diesem Thema intensiv auseinandersetzt?

Bei der Themensuche dachte ich auch besonders an die „Trainee-Zeit“ im GeHo-Frühjahr 2018 zurück. Gab es während der Zusammenarbeit mit meinen Eltern, welche gleichzeitig meine Chefs waren, Themen, bei denen es sich lohnte, diese näher zu beleuchten? Und tatsächlich, da war eines: der Rollenkonflikt! Hierbei entsteht die Problematik dadurch, dass nicht eindeutig ist, aus welcher Person das Gegenüber gerade agiert. Spricht gerade meine Mutter oder aber meine Chefin zu mir? Und Sie können sich sicher vorstellen, dass da einiges an Konfliktpotenzial besteht! Vielleicht haben Sie es selbst schon einmal erlebt und könnten auch Geschichten darüber erzählen.

Wie fängt man aber die wissenschaftliche Arbeit bei einem solch persönlichen Thema an? Schließlich wollte ich damit eine gute Note erhalten, aber auch für den Fall einer Entscheidung gegen die Übernahme eine gute Referenz für andere Arbeitgeber erzielen. So holte ich mir – wie so häufig – Rat bei meiner Schwester. Wichtig war es, dem Leser, welcher nicht von einem Familienbetrieb kam, erst mal zu verdeutlichen, was ich darunter verstand. Denn allein das Familienunternehmen hat die Besonderheit, dass sich die Systeme Familie und Unternehmen in manchen Belangen überschneiden, was dann gegenüber anderen herkömmlichen Unternehmen Vor- und Nachteil zugleich sein kann.

Christina Ingenrieth


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