20.05.2020

Green Deal: Generalangriff oder Chance?

Frans Timmermanns, Vize-Präsident der EU-Kommission hat heute in Brüssel, zwei Strategie vorgestellt: Eine Biodiversitätsstrategie sowie eine Strategie unter dem Titel „From Farm to Fork“ (übersetzt: „Vom Hof auf den Esstisch“). Die beiden Strategien sind Bestandteil des so genannten Green Deal, den Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen als Leitlinie kurz nach ihrem Amtsantritt angekündigt hat und der auf eine Klimaneutralität Europas abzielt. Nachdem die Kommission den beiden Papieren zugestimmt hat, ist allerdings noch die Zustimmung von Parlament und Rat erforderlich, bevor deren Bestimmungen verpflichtend werden. Joachim Rukweid, Präsident des Deutschen Bauernverbandes bezeichnete die Pläne in einer ersten Stellungnahme als „Generalangriff auf die europäische Landwirtschaft“. Timmermanns erklärte dagegen bei der Vorstellung, die beiden Strategie seien Kernbestandteil des Green Deal und würden „in Richtung eines „neuen, besseren Gleichgewichts zwischen Natur, Lebensmittelsystemen und biologischer Vielfalt“ weisen, um „die Gesundheit und das Wohlergehen unserer Bürgerinnen und Bürger zu schützen“.

Als Vorteile für die Landwirtschaft führt die EU-Kommission an

Höhere Erlöse: Nachhaltige Geschäftsmodelle, Label-Systeme und Marketing-Instrumente würden Erzeugungsmethoden unterstützen, die dem Bedarf der Konsumenten entsprechen würden. Das würde zu höhere Erlösen für die Landwirte und die Lebensmitteölhersteller führen.

Stärkere Position in der Lebensmittelkette: Spezielle Instrumente sollen die Position der Landwirte in der Lieferklette stärken.

Neue Geschäftsfelder: Sich wandelnde Verbraucherbedürfnisse und neue Nachhaltigkeitssysteme würden neuen Geschäftsmöglichkeiten führen, etwa im Bereich von Pflanzenproteinen sowie der Bioökonomie.

Niedrigere Kosten: Fortschritte in Innovation, Technologie und digitalen Lösungen (Precision Farming) würden zu einer höheren Produktivität führen und den Aufwand verringern, das würde Kosten sparen.

Engere Verbindung zu den Verbrauchern: Die steigenden Ansprüche der Verbraucher zu erfüllen in Bezug auf nachhaltige Lebensmittel würde laut EU bedeuten, dass die Beziehung zu den verbr5auchern enger wird.

Neue weltweite Märkte: Die Auslobung entsprechend erzeugter Waren sowie Marketing würde laut EU die Aufmerksamkeit für die höheren Standrads der EU fördern und so zur Öffnung weiterer Marktchancen führen.

Und so lauten ausgewählte Anforderungen, die die EU an die Landwirtschaft stellen will:

Verringerung des Einsatzes von Pestiziden um 50 %

Verringerung des Einsatzes von Düngemitteln um mindestens 20 %

Verringerung des Einsatzes antimikrobieller Mittel für Nutztiere und Aquakultur um 50 %

Ausdehnung der Ökolandwirtschaft auf einen Umfang von 25 % der landwirtschaftlichen Fläche

Was meinen Sie, liebe Leserinnen und Leser, sind die Pläne der EU-Kommission eine Chance oder ein Generalangriff für die Landwirtschaft in Deutschland und Europa? Schreiben Sie uns an redaktion@remove-this.lz-rheinland.de.

Links zum Thema:

https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_20_884

https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/fs_20_909