28.07.2020

Gut beraten, genügend Vorlauf

Wie beginnt man einen Weg, auf dem man eine Entscheidung für oder gegen die Hofnachfolge finden möchte? Insbesondere, wie bei mir, wenn das Thema Hofnachfolge recht unverhofft auf der Agenda steht. Wie in vielen Fällen habe ich zuallererst Rat bei meiner Schwester Kathrin gesucht und gemeinsam mit ihr entschieden, in die Offensive zu gehen und das Gespräch mit unseren Eltern zu suchen. Nach einem gemeinsamen Abendbrot berichtete ich also von meinen Seminarerfahrungen und der Unsicherheit, dass ich nun nicht so recht wüsste, wo ich stehe. Beide waren sehr offen, hatten sie sich doch bestimmt schon das ein oder andere Mal vorgestellt, wie es mit dem Genholter Hof zukünftig weitergehen solle. Sie schlugen vor, einen gemeinsamen Beratungstermin mit der Landwirtschaftskammer, genauer mit dem Referat Landservice zu vereinbaren. Dieser begleitet und berät Betriebe wie unseren in der Erwerbskombination. Denn wer, wenn nicht die Berater dort, hätten uns weiterhelfen können?

Gesagt, getan: So luden wir im Herbst 2017 eine Beraterin der Kammer auf unseren Betrieb ein, die sich unter anderem schwerpunktmäßig mit dem Generationswechsel von landwirtschaftlich-gärtnerischen Familienbetrieben beschäftigte. Schnell hörte auch sie die Unsicherheit bei mir heraus: Hatte ich doch keinerlei landwirtschaftliche Erfahrung und Ausbildung in diesem Bereich. Da mein Vater zu diesem Zeitpunkt 59 Jahre jung war und er noch fünf Jahre gemeinsam mit meiner Mutter (56 Jahre) den Hof betreiben wollte, sollte laut der Beraterin eine Nachfolge in circa zwei Jahren geklärt sein. Genügend Zeit also, um meine Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen. Ab dann würde der klassische Generationswechsel beginnen, welcher rund drei Jahre andauern würde, um eine einwandfreie Übergabe gewährleisten zu können.

Damit der Prozess aber für alle verdeutlicht und vor allen Dingen strukturiert werden konnte, haben wir gemeinsam auch ein Datum im Jahr 2020 festgelegt, zu dem die „große Frage“ für alle Beteiligten geklärt sein soll.

Aus diesem Termin gingen wir aber nicht nur mit einem Enddatum hinaus, sondern auch mit spannenden Hausaufgabenfragen. So durfte ich bis Juli 2020 entscheiden, ob ich die Nachfolge antreten und wie ich den GeHo 2.0 gestalten möchte (ja, richtig gelesen: Ich DARF entscheiden). Gleichzeitig haben aber auch meine Eltern die Aufgabe bekommen, die Zeit zu nutzen, um für sich Fragen zu beantworten wie „Was wäre, wenn Christina es wirklich macht?“, aber auch – und das war sehr wichtig für alle Beteiligten – „Wie sieht unsere (wohnliche) Zukunft aus, wenn Christina sich gegen die Hofnachfolge entscheidet?“.

Wie ich meiner Antwort auch mithilfe eines sogenannten Stärkenfinders nähergekommen bin, berichte ich im nächsten Beitrag.

Christina Ingenrieth


 

 

 

 

Die LZ Rheinland ist Medienpartner für die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort. Wir laden unsere Leser und Besucher unserer Website ein, sich den Internetauftritt unter www.kamp-lintfort2020.de anzuschauen. Dort finden Sie auch die Informationen rund um die Veranstaltungen auf dem Forum Landwirtschaft des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV). Hier gibt es „Landwirtschaft für jeden Geschmack“.

 

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