03.08.2022

Gute Glückwünsche und wirklich aufrichtige Anteilnahme

Foto: Sigrid Tinz

Ob Hochzeit, Trauerfall oder Genesungswünsche – es gibt immer Anlässe, zu denen man eine Karte schreiben „muss“. Und nicht immer ist es leicht, Worte zu finden, die weder abgegriffen noch peinlich sind.

Der Nachbar ist gestorben, die Cousine heiratet, der Neffe hat sein Abitur, der Kegelbruder geht in den Ruhestand, der Kollege wird Vater, der Hofladen der Schwägerin feiert 15-jähriges Jubiläum und Oma ihren 90. Geburtstag – Gelegenheiten gibt es viele, an denen man eine Karte besorgt. Und auf die muss man dann auch noch was schreiben.

Klar, es gibt stehende Redewendungen und formale Formulierungen, mit denen man nichts falsch macht, in dem Sinne, dass sich der Empfänger beschweren könnte. Leider wird dem Empfänger der „Herzliche Glückwunsch“ oder die „Aufrichtige Anteilname“ gar nicht mehr bewusst. So fühlt er sich dann nicht, als wünsche einem da gerade jemand von ganzem Herzen ganz viel Glück oder stünde tröstend und teilnahmsvoll an seiner Seite. Gerade in unserer von Digitalem und Gedrucktem dominierten Welt ist etwas Handschriftliches und persönlich Formuliertes etwas ganz besonders Wertvolles: Weil es Mühe bedeutet, die sich jemand für uns gemacht hat, und Zeit, die sich jemand für uns genommen hat.

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