28.02.2019

Heimat es kei Poppespil

Dr. Bernd Lüttgens

Heimat es, wo mir Zehuus sin. Nur für uns Buure gilt: Wo mir Zehuus sin, ist nicht mehr unsere Heimat. Es haben so viele mit uns „de Aap jemaaht“. Mit Worten schaffen sie alles, mit ihren Werken aber nichts ... zum Glück für uns alle. Sonst stünde die nächste Hungersnot kurz bevor und die Natur hätte viele Ecken, die wöre jrau un kalt.

Et jitt für mich kei Woord, met dem ich sage könnt, wat ich föhle, wenn ich an uns Buure denk. Wenn ich an dat Julia us Berlin denke und an den Spruch im „Wein liegt die Wahrheit“, dann frage ich mich und mit mir manch Rheinländer, ob die ehemalige Weinkönigin das Zeug nie getrunken hat? Denn so richtig schlau ist ihre Agrarpolitik ja nicht. Leev Julia, ein ­Diätprogramm für Pflanzen macht doch keinen Sinn! Dat Wasser von Kölle witt net besser, wenn wir den Pflanzen nur 80 % vom Bedarf jevve. Dat bringt nix und hilft och nix, um die Naturschützer und de Gröne zu beruhigen. Die geben eh keine Ruhe, bis Deutschland ein Urwald ist. Luur ens in die Insektenschutzstrategie. Frau Schulze aus dem Umweltministerium will eine Pufferzone um jedes Naturschutzgebiet haben. Ist erst die erste Zone eingerichtet, kommt der Ruf nach der nächsten. Die kennen nur mieh on noch mieh. „Das nimmt kein Ende!“ Jläuve mir und denk an unsere Heimat. Drink endlich ene met on stell dich nit esu an, dann klappt das auch mit dem Wein und der Wahrheit.

Apropos schlau. Im Bundeskabinett gibt es auch noch die Frau Karliczek. Den Namen kennen die meisten wohl nicht, aber ihren Spruch: „Muss wirklich jede Milchkanne in Deutschland schnelles Internet haben?“ Gut, die Frau kommt aus Westfalen, das erklärt vieles. Die Minsche denken einfach. Wenn Konrad Adenauer beim Autobahnbau so gedacht hätte, dann würden wir heute überlegen, ob Münster endlich einen geteerten Feldweg bekommt. Wir brauchen 5G. Das gehört wie Wasserleitungen und Straßen zur Daseinsvorsorge. Der Staat muss in diesem Fall mal auf die maximalen Einnahmen aus dem Verkauf von Lizenzen verzichten. Leev Frau Karliczek, geh endlich zu deinem Kassenwart und sag: Du musst das bezahlen, Du hast so viel Geld, Du hast so viel Pinke-Pinke, wir haben das bestellt. Das ist der Wert von Heimat!

Komme mir zo de Gröne, die sind ja per se die Joode on nit die Schlechte. Die machen etwas für die Heimat und für das Klima. Es dat esu? Zumindest wenn se schwaade. Luure mir no Bayern mit dem Hätz für Biene Maja. Schuld am Tod der Insekten und am schlechten Klima, das ist doch klar, sind mir Buure. Doch die Wirklichkeit der Gröne ist auch mehr als anders. Gefragt nach den vielen Flugreisen der Grünen-Vorsitzenden in Bayern, wird vollmundig erläutert, dass sie zum Ausgleich für die Klimabelastung bei „atmosfair“ gespendet hat. Das ist Ablasshandel für Klimasünden. So sin de Gröne die moralische Instanz in Deutschland. Zum Vergleich wirkt die Katholische Kirche wie vom anderen Stern, die hat den Ablasshandel schon 1562 verboten. Leev Gröne, dat Motto „De Hauptsaach es, et Hätz es jot“ reicht nicht aus. Aber ihr habt ja keine Schuld. Nach eurer Logik hattet ihr ja gar keine andere Wahl, als das Flugzeug zu nehmen. Insofern bleibt ja nur „Flugwende jetzt“, Flugzeuge werden verboten! Weil ihr der Meinung seid, es braucht „nicht bessere Menschen, sondern eine bessere Politik, die die richtigen Rahmenbedingungen setzt.“ Die Heimat verkommt zum Verbotsland on de Gröne han – wie immer – nix damit zo dun.

Eins sei angemerkt: So lange da oben die Flugzeuge von Jahr zu Jahr mehr werden, lasst uns in Ruhe mit Vorschlägen, was wir für das Klima tun sollen. Eure Flugreise braucht keiner, unsere Nahrungsmittel braucht jeder. Mir können die Doppelmoral net mieh hüre.

Dat Ulla aus Kölle ist nun im Umweltministerium am Ruder. Met nem herrlich Laache im Jeseech weed jetz Landwirtschafts- und Umweltpolitik jemaaht. Da stehst du nun mit einem Papier zur zukünftigen Agrarpolitik, das auch von den Umweltverbänden mitgetragen wurde. Schöpft aber der NABU Morgenluft in den Medien, sind die Schwüre von ewiger Treue vergessen. Ein Volksbegehren wird angekündigt. Dröm: Schwaade kann ja nit schade. Aber vertrauen kannst du de Flejel nit. Ze laache es nur, dat SPD und Gröne in NRW ein mögliches Volksbegehren per se sogar noch unterstützen. Wogegen, das scheint denen ganz egal. Denn in NRW gibt es die Regelungen, die in Bayern zur Abstimmung standen, schon längst. Die haben sie sogar selber gemacht. Leeve ­Lück, uns Heimat es kei Poppespil.

Mir kumme vum Land met L. und wir machen das Land für die Menschen lebenswert. Wir pflegen die Natur und liefern hochwertige Nahrungsmittel. Das ist Heimat! Drum leeve ­Buure „halt Pol“ und feiert mit Stolz die närrischen Zick.

Helau und Alaaf!