12.05.2020

Hofübernahme hautnah

Foto: Elena Peters

Mein Name ist Christina Ingenrieth, ich bin 27 Jahre jung und komme aus der Burggemeinde Brüggen am wunderschönen Niederrhein. Hier bin ich auf einem landwirtschaftlich-gastronomischen Betrieb, dem Genholter Hof, groß geworden. Mit dem Hof haben sich meine Eltern vor mehr als 20 Jahren dazu entschlossen, neben Kartoffeln die Sonderkulturen Spargel und Erdbeeren nicht nur anzubauen, sondern auch direkt in einer zum Restaurant umgebauten Scheune anzubieten. In den Jahren danach hat sich der Betrieb immer weiterentwickelt und nun gibt es neben dem Restaurant auch ein Hofcafé, einen Hofladen und Gästezimmer. „Nebenbei“ vermarkten wir unsere angebauten Produkte auch über den Lebensmitteleinzelhandel.

Wie in vielen Familienbetrieben stand auch bei uns irgendwann die Frage der Nachfolge im Raum. Dadurch, dass meine Schwester Kathrin, 30 Jahre jung, sich schon früh gegen diese entschieden hatte und ich keine weiteren Geschwister habe, blieb eben nur noch ich. Das hat aber zu keinem Zeitpunkt für mich bedeutet, dass ich die Nachfolge antreten MUSS. Denn unsere Eltern haben uns von Anfang ermutigt, unseren eigenen Weg zu gehen. Sie haben immer gesagt – und tun das auch noch heute (wofür meine Schwester und ich seeehr dankbar sind): „Nur weil wir uns für diesen Weg entschieden haben, heißt das nicht automatisch, dass das auch euer Weg ist.“

So habe ich mich nach meinem Wirtschaftsabitur erst einmal in die Ausbildung zur Bankkauffrau gestürzt. Schließlich interessierten mich kaufmännische Inhalte und war eine solche Ausbildung „op de Kass“ – wie Oma zu sagen pflegte – doch eine gute Grundlage für alles, was noch kommen möge. Nach dem Ausbildungsabschluss dieser im Frühjahr 2015 war ich mir weiterhin sicher: Eine Hofübernahme und damit der Schritt in die Selbstständigkeit sind weiterhin kein Thema. Wissbegierig wie ich war, wollte ich noch studieren. Am liebsten an einem Ort, der größer ist als mein Heimatdorf, aber bitte auch nicht zu groß, dass ich mich verloren fühle. Also fiel die Wahl auf eine Metropole, eine westfälische Metropole: genau, Münster. Mittelgroß, lebendig, bodenständig UND … voll mit Fiets eehhmm Leezen!

Knapp drei Jahre habe ich also in Münster studiert und die Freiheiten des Studierendenlebens genossen. Trotzdem bin ich fast jedes Wochenende heimgefahren und habe meine Eltern zu Hause unterstützt. Dabei habe ich im Restaurant häufig meiner Mutter im Service geholfen und von Gästen nicht selten die Frage gestellt bekommen „Und, du übernimmst einmal den Betrieb?“. Die Beantwortung der Frage habe ich häufig belächelt und versucht zu umgehen. Denn eigentlich war weiterhin von einer Übernahme keine Rede, weder von meinen Eltern noch von mir selbst. Aber eben nur eigentlich …

Christina Ingenrieth


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