15.12.2020

Horizonte erweitern

Foto: Elena Peters

Nun hatte ich also herausgefunden, dass es doch gar nicht so schlimm ist, mit den eigenen Eltern zusammenzuarbeiten, und auch die Unsicherheit gegenüber unseren Mitarbeitern ganz unbegründet war. Gleichzeitig freute ich mich noch immer über die positive Rückmeldung ihrerseits in Bezug meines Entscheidungsweges.

Doch nun benötigte ich Zeit und Raum, um alles im Hinblick auf die Entscheidungsfrage zu verarbeiten. Hatte ich ja nun mehr als ein halbes Jahr mit meinen Eltern zusammengearbeitet und viele unterschiedliche Eindrücke gesammelt. Dies kann man für gewöhnlich am besten im Urlaub machen. So entschied ich mich, gemeinsam mit meiner Schwester, die in dieser Zeit und natürlich auch bis heute noch stets als „Ratgeberin“ an meiner Seite war, eine Woche in den Urlaub zu fahren.

Die Wahl fiel auf ein kleines, familiengeführtes Bed-and-Breakfast mit einigen wenigen Zimmern in einem beschaulichen Ort in Südtirol. Bewusst hatten wir uns für diesen Familienbetrieb entschieden, da hier der Fokus auf das Angebot regionaler, saisonaler und hausgemachter Produkte gelegt wurde und damit voll und ganz meiner Vision von GeHo 2.0 entsprach. Denn im Nachhinein betrachtet, hatte es schon etwas Magisches an sich, fast 900 km zu fahren und genau in einer solchen Unterkunft anzukommen, welche viel von dem hat, was ich mir für den Genholter Hof in der Zukunft vorstellen konnte. Viele interessante Beobachtungen aus dem Ablauf dieses Betriebes ließen meine Gedanken und Ideen nur so sprießen und wollten schnellstmöglich verschriftlicht und festgehalten werden. Beispielsweise gab es eine „Honesty-Bar“, in der es eigene Produkte und solche aus der nahen Umgebung (teilweise sogar die, die wir auch morgens beim Frühstück genossen hatten) zu kaufen gab. „Honesty“ (zu deutsch „Ehrlichkeit“) aber eben deshalb, weil es keinen Kassierer oder Ähnliches gab, sondern man an unsere Ehrlichkeit als Gäste appelliert hat und wir gebeten wurden, den Einkauf beim Check-out zu begleichen. Hier habe ich wieder erleben dürfen, dass gerade solche Reisen und der Blick über den eigenen Tellerrand – ja, es klingt abgedroschen, aber es stimmt – uns ermöglichen, neue Ideen zu entwickeln, Abstand vom eigenen „kleinen“ Hof zu bekommen und motiviert und inspiriert wieder zu starten.

Wenn man aber viele Eindrücke sammelt, sollten diese auch sinnvoll festgehalten werden. So haben mir bei der Verschriftlichung und Gestaltung der aufkommenden Ideen in meinem Kopf sogenannte Podcasts geholfen. Die helfen übrigens nicht nur als Ideenwerkstatt, sondern auch dabei, die eigene Motivation in manch trister Zeit, wie der aktuellen, wiederzufinden und vor allen Dingen aufrechtzuerhalten. Christina Ingenrieth


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