22.06.2022

Kosten einsparen

Nach Verlusten im vergangenen Jahr haben sich die Geschäftszahlen der Westfleisch 2022 wieder verbessert. Wie die Genossenschaft am Dienstag vergangener Woche anlässlich ihrer Generalversammlung mitteilte, lag das Ergebnis vor Steuern in den ersten fünf Monaten 2022 gegenüber dem Vorjahreszeitraum knapp im positiven Bereich. „Doch das liegt einzig daran, dass wir konsequent unser Maßnahmenprogramm ,WEfficient‘ umsetzen“, erklärte Finanzvorstand Carsten Schruck. Dabei würden Prozesse gestrafft, Ausgaben optimiert, andere Schichtmodelle eingeführt und an vielen weiteren Stellen Optimierungen durchgeführt. Bis Ende 2023 wolle Westfleisch so ein Einsparpotenzial im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich realisieren. „Fast die Hälfte haben wir bereits geschafft“, berichtete Schruck. Westfleisch-Vorstandsmitglied Johannes Steinhoff betonte, dass die konsequente Ausrichtung auf Qualität ein weiterer wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Zukunft sei. „Qualität bedeutet für Westfleisch ein noch besseres Tierwohl, mehr Regionalität und eine hohe Verlässlichkeit für heimische Landwirte und die Handelspartner“, erläuterte Steinhoff. Zudem würden die bereits heute erfolgreich besetzten Nischen- und Wachstumsfelder weiter ausgebaut – zum Beispiel im Bereich Tiernahrung, aber auch beim Kalbfleischgeschäft. Nachdem bereits 2021 für die deutsche Fleischwirtschaft ein wirtschaftlich sehr schwaches Jahr war, erwarten die Experten laut Westfleisch für die Branche keine schnelle Besserung. Die Schlachtzahlen seien weiter rückläufig, insbesondere bei Schweinen. Gleichzeitig stiegen die Kosten unaufhörlich. „Die Afrikanische Schweinepest (ASP), die China-Exportsperre, der russische Angriffskrieg, die deutlich gestiegenen Energie-, Personal- und Logistikkosten belasten die Wettbewerbsfähigkeit von deutschem Schweinefleisch in hohem Maße“, berichtete Michael Schulze Kalthoff, der im Westfleischvorstand das Schweinefleischgeschäft verantwortet.