19.01.2022

Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate löst Energieagentur ab

Foto: Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate

Der Schlüssel zur Energiewende ist der Ausbau der erneuerbaren Energie. Das bekräftigte Samir Khayat, einer von zwei Geschäftsführern der neuen Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate. Die knüpft seit Jahresbeginn an die ehemalige Energieagentur.NRW an, die zum Jahresende ihre Arbeit eingestellt hat. Wie Prof. Dr. Andreas Pinkwart, als Landesminister in NRW zuständig für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, anlässlich einer Pressekonferenz am Montag erklärte, bündelt die neue Organisation Aktivitäten im Bereich Energie und Klimaschutz. Sie soll dazu beitragen, die Ziele der Landesregierung im Bereich Klimaschutz „operativ umzusetzen“ und zu erreichen, allen voran Klimaneutralität bis zum Jahr 2045. Die Landesgesellschaft soll sich dafür vor allem um vier Schwerpunktthemen kümmern und dabei als Partner für Privathaushalte, Industrie und Gewerbe sowie Kommunen auftreten: die Energiewirtschaft als eine der bislang größten Quellen für Treibhausgase, Industrie und Produktion, Wärme und Gebäude sowie Mobilität. Zurzeit beschäftigt sie 54 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Bis Jahresende sollen es jedoch über 70 werden, wie Ulf Reichardt, ebenfalls Geschäftsführer, erläuterte. Reichardt zufolge soll die Agentur auch nicht mit einem „Top-down-Ansatz“ von Düsseldorf aus arbeiten, sondern sie strebt eine enge Anbindung an die Regionen an. So sind künftig neun Regionalbüros geplant, die mit „Menschen besetzt sind, die dort verwurzelt sind“. Im Rheinland soll es etwa Regionalbüros in Köln, Aachen und am Niederrhein geben.

Laut Pinkwart soll in NRW der Anteil der erneuerbaren Energien bis 2030 auf mehr als 55 % steigen. Dafür soll die Windkraft, deren Energiebeitrag sich in den vergangenen Jahren von 6 auf heute 12,3 GW mehr als verdoppelt hat, weiter ausgebaut werden. NRW liege beim jährlichen Zubau an dritter Stelle in Deutschland. Pinkwart betonte jedoch, dass NRW „nicht einseitig auf Windenergieausbau“ setzt, sondern man wolle „einen breiten Mix an erneuerbaren Energien“. Für NRW sieht er beispielsweise das Potenzial, mit Freiflächensolaranlagen 32 Terawatt zu erzeugen. Er denkt dabei unter anderem an Standorte auf „minderwertigen landwirtschaftlichen Flächen“, entlang von Autobahnen und Schienennetzen. Er glaubt, dass die „Landwirtschaft in jedem Fall mitmachen wird, wenn die Bedingungen ausreichend attraktiv sind“.

ds