12.10.2022

Landfrauen im Kur- und Heilwald

Foto: privat

Durch einen Vortrag von dem Waldpädagogen Willi Bausch-Weis lernten die Landfrauen aus Jüchen bei ihrem Themenfrühstück den künftigen Kur- und Heilwald im Lahnsteiner Stadtwald kennen. In diesem Jahr konnte die Einladung dorthin mit einer Tagesfahrt nun angenommen werden. Erster Halt war das Restaurant „Waldhaus“, wo ein gemeinsames Mittagessen stattfand. Vor Ort begrüßte Willi Bausch-Weis die Gruppe und gab einen kurzen Überblick über den vorgesehenen Ablauf. Gut gestärkt fuhren die Landfrauen mit dem Bus in den Lahnsteiner Stadtwald. Dort wurden sie vom ehemaligen Oberbürgermeister der Stadt, Peter Labonte, begrüßt.

Bevor es bei herrlichem Sonnenschein in den Wald ging, erzählte er, warum ein Kur- und Heilwald geschaffen wurde. Dabei erfuhren die Landfrauen, dass die Stadt Lahnstein einer der größten kommunalen Waldbesitzer ist. Das Projekt verfolgte die Stadt – damals noch unter der Leitung vom Oberbürgermeister Labonte – seit vielen Jahren. Der Reichtum an alten Eichen und Buchen sowie eine abwechslungsreiche Vegetation machten diese Waldfläche zum idealen Standort dafür. So wurde für den Kur- und Heilwald Lahnstein eine Gesamtfläche von 240 ha ausgewiesen. Gemeinsam wurde dieses Projekt zwischen Stadtverwaltung, Forstamt und medizinischen Einrichtungen entwickelt. Anhand von Kartenmaterialien wurde den interessierten Frauen demonstriert, wo bereits auf bestehenden Wegen einzelne Stationen, Cluster genannt, angelegt wurden. Die ersten Therapiecluster sind bereits fertiggestellt. Bis 2023 sollen die noch ausstehenden fertiggestellt werden. Zu den Therapieclustern gehören Psychotherapie, Pulmonologie und Lunge, Orthopädie, Ge-riatrie, Herz-Kreislauf-System, allgemeine Entspannungs- und Achtsamkeit, Schmerztherapie, Ernährung sowie Psyche. Alle Wege sind so angelegt und

beschildert, dass sie von allen Waldbesuchern auch ohne Therapeuten genutzt werden können.

Ihr Weg führte die Gruppe in das Therapiecluster Pulmonologie (Lungencluster). Hier konnten sie einige Stationen aktiv ausprobieren. Auf Holzstühlen, im Stuhlkreis gestellt, ließ man die Stimmung im Wald auf sich wirken. Waldpädagoge Willi Bausch-Weis und Peter Labonte verdeutlichten, welch positive Rolle der Wald im Leben der Menschen hat. Laut wissenschaftlichen Studien hat der Wald eine heilende Wirkung.

Doch dem Wald selbst geht es nicht gut – extreme Hitzewellen und anhaltende Dürreperioden, einhergehend mit Schädlingsbefall, haben auch im Kur-und Heilwald Spuren hinterlassen. So konnte ein Therapiecluster noch nicht erstellt werden, da man dort alte geschädigte Buchen entfernen musste. „Der Wald braucht uns nicht, wir ihn aber umso dringender“, verdeutlichte Willi Bausch-Weis. Mit diesem Schlusssatz endete die Führung.

Bevor die Landfrauen die Heimfahrt antraten, machten sie noch Station auf der Burg Lahneck. Mit einem herrlichen Ausblick auf die Lahn und den Rhein genossen sie gemeinsam Kaffee und Kuchen.

Marie-Luise Müschen