28.04.2021

Landfrauen NRW formulieren ihre Kernanliegen in neuer Broschüre

Foto: imago/Westend61

„Wir laden ein zum Dialog für wertgeschätzte Lebensperspektiven auf dem Land“ lautet der Vorspann der neuen Broschüre, die der Rheinische LandFrauenverband (RhlV) gemeinsam mit dem Westfälisch-Lippischen LandFrauenverband (WLLV) erarbeitet hat. In ­einer Onlineveranstaltung am Donnerstagabend vergangener Woche wurden die Kernanliegen rund 60 Kreis- und Bezirksvorsitzenden sowie interessierten Mitgliedern der beiden Verbände vorgestellt. Anschließend wurde die Schwarmintelligenz genutzt und in Gruppen gemeinsam Ideen gesucht, wie diese Forderungen sowohl intern als auch extern verbreitet werden können.

Bereits 2015 wurden die „Wahlprüf­steine“ mit Forderungen der Land­frauen an Politik und Gesellschaft formuliert, diesen wurde nun quasi ein Update verpasst. „Wir haben geguckt, welche Kernthemen für uns Landfrauen nach wie vor im ländlichen Raum hochaktuell sind und wo wir fordern: Da muss es mal vorangehen!“, erläutert ­Jutta Kuhles, Präsidentin des RhLV. Die neunköpfige Arbeitsgruppe aus Westfalen-Lippe und dem Rheinland hat in straff organisierten Onlinetreffs von Herbst letzten Jahres bis Mitte März die Broschüre mit sechs Kernanliegen auf den Weg gebracht. Darunter sind Dauer­brenner wie Flächenverbrauch und Equal Pay. Neu aufgenommen wurde beispielsweise die Nachhaltigkeit. Bisher sei man überzeugt gewesen, dass Landfrauen Nachhaltigkeit ohnehin in vielen Bereichen leben, aber der inzwischen sehr bewusste Umgang der Mitglieder mit dem Thema hätte doch ­gezeigt, dass es mit zu den Kernanliegen gehört, so Kuhles.

Sechs Kernanliegen

„Darüber wollen wir reden“, heißt es in der Broschüre, die in einem hochwertigen, ansprechenden Design gestaltet wurde. Die sechs Kernanliegen umfassen die Themen ländlicher Raum, Bildung, Landwirtschaft in die Mitte der Gesellschaft, ehrenamtliches Engagement, faire Chancen und Nachhaltigkeit. Die Landfrauen fordern unter anderem verbesserte Infrastrukturen auf dem Land, ob Breitbandversorgung, ÖPNV oder Gesundheitsfürsorge. Sie wollen sich für die Vermittlung von Alltagskompetenzen in der Schule sowie die Schulung digitaler Kompetenzen aller Alters- und Bevölkerungsgruppen einsetzen. Sie verlangen ein klares Bekenntnis zur vielfältig geprägten Landwirtschaft in NRW und Wertschätzung für die Arbeit in familiengeführten Landwirtschaftsbetrieben. Die Landfrauen erwarten eine Verbesserung der Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Ehrenamt. Sie streben eine Gleichstellung von Frauen in allen Lebens- und Arbeitsbereichen an. Und beim Thema Nachhaltigkeit wünschen sich die Landfrauen unter anderem, dass Klima-, Umwelt- und Biodiversitätsschutz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe angesehen werden. Dies sind nur einige Beispiele aus dem Katalog der Kernanliegen.

Neu sei bei dem Gemeinschaftswerk, dass in der Arbeitsgruppe diesmal Hintergrundrecherche zu den Themen gemacht wurde, erklärt Jutta Kuhles. So können die Landfrauen im internen Mitgliederbereich der RhLV-Website Zahlen, Daten und Fakten zu den Kernanliegen als Argumentationshilfe finden. Darüber hinaus gibt es hier Tipps zu Aktionen, die im Zusammenhang mit den Themen durchgeführt werden können, um intern wie extern Aufmerksamkeit zu erregen. Auch die Ideen, die beim Online-Treff vergangene Woche in den Gruppen erarbeitet wurden, werden dort zu finden sein. Dabei waren skurrile Vorschläge durchaus erlaubt und willkommen. Einig war man sich, dass zu öffentlichkeitswirksamen Aktionen am besten immer gleich die lokalen Medien eingeladen werden sollten.

Das Miteinander-Tun und das gemeinsame Erleben – wenn auch nur virtuell – taten den in Corona-Zeiten deutlich ausgebremsten Ehren- und Hauptamtlichen sichtlich gut. Die beiden Präsidentinnen Regina Selhorst und Jutta Kuhles zeigten sich sehr zufrieden mit der Resonanz auf die Veranstaltung und der engagierten Mitarbeit der Teilnehmerinnen bei der Ideenfindung. Mitte Mai wird die gedruckte Version der Broschüre in den Landfrauengruppen verteilt. Außerdem kann sie als PDF digital verschickt und verbreitet werden.

Hemmschwelle gesunken

„Landfrauen haben was zu sagen! Die Hemmschwelle, auf Politiker zuzugehen und sich in Diskussionen einzumischen, ist gesunken. Das haben wir in den letzten Jahren gelernt. Viele Landfrauen werden sich vor der Bundestagswahl in virtuellen Podiumsdiskussionen einbringen oder sogar selbst welche initiieren. Durch Corona haben wir auch ­gelernt, die digitalen Formate zu nutzen“, freut sich Jutta Kuhles. Mit den Kernanliegen haben die Landfrauen ein gutes Rüstzeug, sich zu positionieren und souverän aufzutreten. as


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