20.01.2022

Markus Hipper: Milch im Mittelpunkt

Foto: privat

In seinem Beruf steht die Milch im Mittelpunkt. Markus Hipper ist Milchtechnologe bei der Moers Frischeprodukte GmbH & Co. KG. Dort arbeitet der 26-Jährige vor allem im Betriebsraum, dem Herzstück der Molkerei. „Das ist der Knotenpunkt, wo die Milch angenommen, vorverarbeitet und dann für die weitere Verarbeitung bereitgestellt wird“, berichtet der Milchtechnologe. Außerdem ist er zuständig für das Anmischen von Desserts und für Fermentationsprodukte, dazu gehören vor allem Joghurt und Crème fraîche.

Zufällig auf die Milch gekommen

Nach seinem Abitur hat Markus Hipper zunächst in einem Logistikzentrum in Rheinberg gearbeitet, da er noch nicht genau wusste, wo sein beruflicher Weg hinführen soll. Zu seinem jetzigen Beruf als Milchtechnologe ist er über ein Familienmitglied gekommen. „Der Bruder meiner Schwägerin arbeitet bei Moers Frischeprodukte und hatte mir vorgeschlagen, dort eine Ausbildung zu machen“, erinnert sich der 26-Jährige aus Rheinberg. Diesen Rat hat er befolgt und ist bis heute zufrieden mit der Entscheidung.

In den ersten beiden Ausbildungsjahren hat er viele verschiedene Bereiche durchlaufen, dazu gehörten auch Technik und Energieversorgung. „Unser Ausbilder hat dafür gesorgt, dass wir den ganzen Betrieb kennenlernen“, berichtet der Milchtechnologe. Im letzten Lehrjahr wurden dann die Bereiche der Milchverarbeitung vertieft. Abhängig davon, in welcher Molkerei man die Ausbildung macht, unterscheidet sie sich stark. „Das habe ich im Austausch mit den anderen Auszubildenden in der Berufsschule gemerkt. Denn die Milchverarbeitung in den einzelnen Werken ist komplett unterschiedlich und hängt davon ab, welche Produkte hergestellt werden“, erläutert der junge Mann. Deshalb lernen die Auszubildenden im eigenen Werk nicht die ganze Palette an Milchprodukten kennen. „Um diese Lücken zu füllen, hat unser Werk Besichtigungen anderer Werke organisiert“, berichtet Markus Hipper. Außerdem gab es einmal im Monat Werksschulungen mit einem Mitarbeiter der Landesvereinigung der Milchwirtschaft NRW e. V. zu spezifischen Themen.

Während der Ausbildung hatte er pro Jahr für vier Wochen und acht Wochen Blockunterricht an der berufsbildenden Schule in Oldenburg. Zusätzlich fanden einmal pro Jahr vier bis fünf Wochen überbetriebliche Ausbildung in Oldenburg am Milchwirtschaftlichen Bildungszentrum der LUFA Nord-West statt. Dort gibt es eine Lehrmolkerei mit den entsprechenden Anlagen für alle Milchprodukte. „Wir hatten je Lehrjahr zwei Tage Zeit pro Produkt, um einen Einblick in die Herstellung zu bekommen“, erzählt Markus Hipper.

Hilfreicher Austausch

Im Sommer 2021 schloss er seine Ausbildung zum Milchtechnologen bei Moers Frischeprodukte als Jahrgangsbester in ganz Nordrhein-Westfalen ab. Die enge Zusammenarbeit und das gemeinsame Lernen in der Berufsschule haben ihm seiner Meinung nach sehr geholfen und zu seinem erfolgreichen Abschneiden beigetragen. Auch mit den Auszubildenden aus seinem eigenen Betrieb hat der 26-Jährige fast täglich zusammengesessen und sich über den Lernstoff ausgetauscht. „Durch den Blockunterricht war die Zeit, die wir zum Lernen hatten, ziemlich begrenzt, aber durch die guten Lehrmethoden der Berufsschule habe ich trotzdem viel gelernt“, resümiert er.

Nach der Ausbildung wurde der Rheinberger von der Molkerei übernommen und arbeitet dort jetzt als Milchtechnologe. Seine Arbeitszeiten variieren im Wochenwechsel zwischen Früh-, Spät- und Nachtschicht. Über seine Pläne für die Zukunft sagt er: „Ich möchte studieren, aber vorher erst mal noch mehr Arbeitserfahrung sammeln.“ Markus Hipper wägt noch ab, ob er der Milch im Speziellen treu bleibt und Milchtechnologie studiert oder doch eher Lebensmitteltechnologie. Eilig hat er es mit der Entscheidung nicht. „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Job, weil die Arbeitstage abwechslungsreich sind. Jeden Tag müssen andere Probleme oder Herausforderungen gelöst werden und das Schöne daran ist, dass wir das gemeinsam als Team angehen“, erläutert Markus Hipper.

kj

 

Milchtechnologe

Aus Milch kann man eine Menge machen: Trinkmilch, Joghurt, Quark, Butter, Sahne, Käse und mehr. Milchtechnologinnen und Milchtechnologen verarbeiten das Lebensmittel Milch zur Herstellung dieser Produkte. Sie bedienen computergesteuerte Maschinen, sorgen für eine störungsfreie Produktion, erkennen Qualitätsmängel und technische Fehler und beseitigen diese selbstständig. Die Kontrolle und die Qualitätssicherung der Milchprodukte gehören ebenso zur täglichen Arbeit. Die berufsbildende Schule der niedersächsischen Stadt Oldenburg ist der nächstgelegene Schulstandort für Milchtechnologen aus NRW. Nach der Ausbildung sind Fortbildungen zum Techniker in der Milchwirtschaft oder zum Molkereimeister möglich. Weitere Infos in der Rubrik Berufsbildung unter www.landwirtschaftskammer.de.