03.08.2022

Mehr Bio, nicht weniger

Foto: BMEL

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir hat seinen agrarpolitischen Kurs in Richtung Ökolandbau bekräftigt. Die Folgen des Ukrainekriegs, die Klimakrise und das Artensterben zeigten deutlich, dass ein Umbau dränge, auch deshalb, um dadurch unabhängiger und krisenresistenter zu sein, erklärte der Grünen-Politiker am Dienstag vergangener Woche bei der Eröffnung der BioFach in Nürnberg. „Bio mit seiner gesamten Wertschöpfungskette ist eine Antwort auf unsere planetaren Krisen“, hob der Ressortchef hervor. Aus genau diesen Gründen sei das 30 %-Ziel in den Koalitionsvertrag geschrieben worden. „Wir sind uns in der Bundesregierung einig. Wir wollen unser Landwirtschafts- und Ernährungssystem nachhaltig transformieren mit Bio als unserem Leitbild für nachhaltige Landwirtschaft. Es braucht jetzt mehr Bio, nicht weniger“, so Özdemir.

Mehr Rückenwind für die Bio-Landwirtschaft stellte auch EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski in Aussicht. Er kündigte an, die Förderung für den BioSektor weiter auszubauen und breiter aufzustellen. „Die EU tut schon jetzt sehr viel für den Öko-Landbau, aber wir möchten die Unterstützung steigern“, sagte der Brüsseler Agrarchef. Vor allem im Forschungssektor solle mehr Geld für den Bio-Sektor in die Hand genommen werden, um dessen Produktivität und die Nachhaltigkeit zu steigern. Das erklärte Ziel, bis 2030 mindestens 25 % der EU-Agrarflächen für den biologischen Landbau zu nutzen, hält Wojciechowski für erreichbar. Es gebe hier noch viel zu tun, aber man sei auf einem guten Weg.

Özdemir machte deutlich, dass er die Ungeduld der Bio-Branche verstehe, wenn es darum gehe, beim 30 %-Ziel schneller voranzukommen. Aber ein guter Plan sei wichtig, damit man auch sein Ziel erreiche. „Die Zukunftsstrategie Öko-Landbau wird unser Plan und unsere tragende Säule für Transformation sein. Als ein Projekt der gesamten Bundesregierung – und mit Unterstützung des Sektors“, betonte der Minister. Was die EU-Agrarpolitik angehe, habe er sich diese deutlich ambitionierter gewünscht. Er schaue da jetzt nach vorn, mit dem Ziel, die Direktzahlungen in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027 durch ein System zur Honorierung von Klima- und Umweltleistungen zu ersetzen.  Es sei ihm aber auch wichtig, die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick zu nehmen und zu stärken, sagte der Grünen-Politiker. Damit Bio-Milch, -Brot oder -Gemüse von den heimischen Bauern auch Kunden fänden, gelte es jetzt, den Markt auszubauen. Gleichzeitig sei es ihm ein Anliegen, Innovationen stärker zu fördern. Deswegen werde die ökologische Praxisforschung ausgebaut. 30 % des Forschungsbudgets sollten für den ÖkoLandbau verwendet werden.

AgE