10.07.2019

Mercosur-Abkommen sorgt für Unmut

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Die Europäische Kommission zeigte sich mit Blick auf die mit den Mercosur-Staaten ausgehandelte Übereinkunft für ein Freihandelsabkommen in der vergangenen Woche bemüht, die Aufregung in der europäischen Landwirtschaft zu dämpfen.

EU-Agrarkommissar Phil Hogan, der aufgrund der Zugeständnisse an die Südamerikaner massiv unter Druck steht, insbesondere auch in seinem Heimatland, verwies da­rauf, dass das Importkontingent für Rindfleisch lediglich 1,25 % des jährlichen EU-Verbrauchs ausmache. Zudem seien bereits im Jahr 2018 rund 270 000 t Rindfleisch aus den Mercosur-Staaten importiert worden. Unter dem Strich wertete der Ire die Übereinkunft mit den Südamerikanern als „fair und ausgewogen“, mit Chancen und Vorteilen auch für die europäischen Landwirte. „Unsere unverwechselbaren, hochwertigen Agrar- und Lebensmittelerzeugnisse aus der EU werden nun in den Mercosur-Ländern den Schutz erhalten, den sie verdienen, und so unsere Marktposition stützen und unsere Exportchancen steigern“, konstatierte der Brüsseler Agrarchef.

Nichtsdestoweniger müssen nach Einschätzung des Berufsstandes wichtige Agrarbranchen bei einer Umsetzung des Handelsabkommens mit dem Mercosur-Block, dem Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay angehören, mit einem spürbar höheren Importdruck rechnen. Entsprechend äußerten mehrere EU-Dachverbände ihren Unmut. AgE