25.01.2023

Mit Leidenschaft und Ehrgeiz zum Erfolg

Foto: Jana Lindermann

Lisa Ullrich hat ihre Ausbildung zur Pferdewirtin als Jahrgangsbeste in NRW abgeschlossen.

„Pferde waren immer meine Leidenschaft und ich habe schon als Kind jede freie Minute im Stall verbracht“, erzählt Lisa Ullrich. Deshalb hat sie sich nach ihrem Fachabitur für eine Ausbildung zur Pferdewirtin in der Fachrichtung Pferdehaltung und Service an der Landesreit-und Fahrschule in Langenfeld entschieden.

Wieder Spaß am Lernen

„Während des Abiturs hatte ich gar keine Lust mehr auf die Schule. Das war auf der Berufsschule anders, weil ich endlich das Lernen konnte, was mir Spaß macht“, berichtet die 21-Jährige. Dementsprechend gut waren auch ihre Noten. Daher hatte sie nicht damit gerechnet, dass es in der schriftlichen Zwischenprüfung nur für eine Drei reicht, während sie in den praktischen Fächern mit eins benotet wurde. Das war der Anstoß für Lisa Ullrich, noch bestehende Wissenslücken ausfindig zu machen und zu füllen. „Es braucht Disziplin, sich hinzusetzen und zu lernen, obwohl man in dem Beruf lange Arbeitstage hat. Aber es ist wichtig, rechtzeitig mit dem Lernen anzufangen, um gut vorbereitet zu sein“, meint die Pferdewirtin. Doch das Sammeln von Wissen beschränke sich nicht nur auf den Schreibtisch. „Ich habe die ganze Ausbildungszeit genutzt, um möglichst viel mitzunehmen. Wenn zum Beispiel abends noch der Tierarzt kommen muss, ist das vielleicht im ersten Moment blöd. Man kann das aber auch als Chance nutzen, um etwas zu lernen und Fragen zu stellen“, erläutert sie.

Ihr Engagement hat sich schlussendlich ausgezahlt und sie konnte die Ausbildung mit einer Note von 1,36 abschließen. Damit ist Lisa Ullrich die beste Pferdewirtin 2022 in NRW und hat den Nachwuchsförderpreis der Landwirtschaftskammer erhalten. Aufgrund ihres guten Abschlusses konnte sie sich außerdem für das Weiterbildungsstipendium der Kammer bewerben und wurde in das Förderprogramm aufgenommen. „Das Geld kann ich in den nächsten drei Jahren für Fortbildungen nutzen. Damit möchte ich einen Teil des Meisters finanzieren“, erläutert die 21-Jährige. Die Weiterbildung zur Pferdewirtschaftsmeisterin möchte sie ebenfalls in der Fachrichtung Pferdehaltung und Service absolvieren.

Während ihrer Ausbildung an der Landesreit- und Fahrschule gehörten das Erteilen von Reitunterricht für Kinder und Erwachsene, die Stallarbeit mit Füttern und Misten und das Korrekturreiten der Schulpferde zu den Aufgaben von Lisa Ullrich. „Ich habe auch bei der Organisation und Durchführung von Turnieren geholfen, zum Beispiel bei den Rheinischen Meisterschaften“, erzählt sie. Nach dem Abschluss ihrer dreijährigen Ausbildung im Sommer 2022 ist die Pferdewirtin für ein halbes Jahr in Langenfeld geblieben und hat den Trainerschein C Reiten Basissport erworben.

Zum Anfang dieses Jahres hat sie den Betrieb gewechselt und arbeitet seitdem im Siebengebirge am Zentrum für Therapeutisches Reiten Johannesberg. „Es ist eine ganz andere Betriebsform als an der Landesreit- und Fahrschule, sowohl von der Haltung der Pferde als auch von der Größe des Betriebs. Da hier deutlich weniger Pferde stehen, ist eine intensivere Betreuung möglich“, erläutert die junge Frau. An dem Zentrum für Therapeutisches Reiten ist sie verantwortlich für das Management der Pferde. „Ich koordiniere Termine mit Tierarzt, Hufschmied oder Zahnarzt und reite die Pferde als Ausgleich zu ihrem Einsatz in den Therapiestunden“, berichtet Lisa Ullrich. Sie hat sich bewusst dafür entschieden, nach der Ausbildung den Betrieb zu wechseln, um neue Erfahrungen zu sammeln, bis sie in anderthalb Jahren mit dem Meister beginnen kann. „Es ist gut, etwas anderes kennenzulernen, um sich persönlich weiterzuentwickeln“.

Arbeit mit Tier und Mensch

Die abwechslungsreiche Arbeit gefällt der Pferdewirtin an ihrem Beruf besonders gut. „Wenn man mit Lebewesen arbeitet, ist jeder Tag anders. Außerdem arbeite ich gerne an der frischen Luft und konnte mir nie vorstellen, einen Bürojob zu machen“, begründet sie ihre Berufswahl. Für die Fachrichtung Haltung und Service hat sich die 21-Jährige entschieden, weil sie in dem Bereich nach der Ausbildung viele Möglichkeiten sieht. „Der Schwerpunkt ist breit gefächert, dazu gehört das Pferdemanagement, das Stallmanagement und das Bewegen der Pferde. Außerdem hat mir die Kundenbetreuung von Anfang an gelegen und der Umgang mit Menschen war mir wichtig“, erklärt die Pferdewirtin.

kj

Pferdewirtin

Pferdewirtinnen und Pferdewirte müssen zwischen den fünf Fachrichtungen Klassische Reitausbildung, Pferdehaltung und Service, Pferdezucht, Pferderennen sowie Spezialreitweisen wählen. Egal für welchen Bereich sich die Auszubildenden entscheiden, ist es von Vorteil, wenn sie bereits Erfahrungen im Umgang und in der Versorgung von Pferden, Reitkenntnisse und körperliche Fitness mitbringen.