23.05.2020

Neue Melodien im Kopf

Foto: Marianne Söns

Hannelore Gasdorf feierte in diesen Tagen ihren 89. Geburtstag. Nach einigen Schicksalsschlägen hat sie mit selbst geschriebenen Liedern die Lebensfreude zurückgewonnen.

Wenn man mit Hannelore Gasdorf über ihre Passion des Liederschreibens spricht, merkt man schnell die Leidenschaft, die aus der gebürtigen Kölnerin spricht. Nach ihrem Berufsleben als Fremdsprachensekretärin war sie vor fast 50 Jahren zu ihrem Bruder nach Kall in der Eifel übergesiedelt. „Ein Unfall im Jahr 2002 änderte alles in meinem Leben“, blickt sie zurück. Seitdem habe sie ihre geliebte Heimatstadt Köln nicht mehr gesehen. „Nach langen Jahren im­mer größer werdender Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und großen Schmerzen habe ich plötzlich angefangen zu singen“, beschreibt Hannelore Gasdorf, wie sie mit 85 Jahren zum Liedermachen kam. Eine Ausbildung in diesem Bereich hat sie nicht. „Früher hatte ich da nichts mit am Hut“, unterstreicht sie.

Wenn sie versucht, den kreativen Prozess des Liederschreibens zu erklären, wirkt es eigentlich ganz einfach: „Mir fallen Melodien ein und ich mache die Texte dazu.“ Plötzlich seien die neuen Melodien in ihrem Kopf, oft in der Nacht. Sie könne sich nicht einfach hinsetzen, einen Text formulieren und danach die Melodie passend dazu machen. „An meiner Seite steht Uwe Reetz, ein junger, erfolgreicher und sehr begabter Musiker unserer Region, der meinen Liedern mit seiner einfühlsamen Begleitmusik einen wunderschönen Rahmen gibt und auch einige meiner Lieder singt – so auch ‚Die Bienen‘.“

Das Lied über die Biene entstand durch ein Summen, durch das die Liedermacherin morgens geweckt wurde. „Ich sah das Tierchen krabbeln, wie ich es im Lied geschildert habe“, beschreibt sie die Situation. Sensibilisiert war sie zudem durch ein Gespräch über tote Bienen mit einer Nachbarin kurz zuvor. „Das Bild, das die Frau mir vermittelt hatte, ließ mich nicht los.“ Sie müsse etwas erleben, damit die Lieder in

ihr entstehen. So wurden auch schon ein Rotmilan und die „Heißzeit“ des letzten Sommers von Hannelore Gasdorf in ein musikalisches Gewand gekleidet. Ganz aktuell habe sie ein Lied zur Corona-Krise gemacht. Das müsse aber noch aufgenommen werden – diesmal mit ihrer eigenen Stimme: „Uwe Reetz singt mir das nur vor, damit ich die Einsätze lerne. Ich bin ja keine Musikerin!“, erklärt die Rentnerin.

„Was mich überhaupt zum Liedermachen veranlasst hat, war, dass ich immer tiefer in eine Depression gerutscht bin“, blickt die 89-Jährige auf die Anfänge ihrer heutigen Passion nach einigen Schicksalsschlägen zurück. „Das Singen und die Beschäftigung mit der Musik haben mir meine Lebensfreude zurückgegeben!“ Mit ihren Liedern möchte sie Mut machen und zeigen, „dass das Leben auch jenseits der 80 noch nicht vorbei ist und man immer noch etwas Neues beginnen kann.“ ke


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