20.09.2020

NRW-Initiative „Außerfamiliäre Hofnachfolge“ ist gestartet

Foto: WLV

„Nachfolgesucher“ und „Hofsucher“ zusammenbringen – was früher oft mit vielen emotionalen Hürden verbunden war, dürfte jetzt durch eine Vertrauensstelle unkomplizierter ablaufen. Mit der NRW-Initiative „Außerfamiliäre Hofnachfolge“ wollen sieben Verbände und Organisationen der Landwirtschaft den Bauern Unterstützung bei dem Thema anbieten. Die Initiative wurde am Dienstag vergangener Woche auf dem Hof Hanuschke im westfälischen Nachrodt vorgestellt. „Wir wollen helfen, Bauernhöfe als Ganzes zu erhalten sowie Hofabgeber und Hofsucher zusammenzubringen“, betonte Hubertus Beringmeier, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV). „Nach 40 Jahren loslassen zu können, ist nicht einfach. Aber wenn man sieht, dass es weitergeht, ist das eine tolle Sache! Wir Verbände wollen das mit unserem Fachwissen, auch in Steuerfragen, begleiten. Es ist wichtig, dass beide Vertragspartner nachher ein Auskommen und die neuen Betriebsleiter noch die Chancen auf Weiterentwicklung haben“, sagte Bernhard Conzen, Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV).

Das Problem sei, dass ein Drittel der Betriebe, bei denen der Betriebsleiter zwischen 50 und 64 Jahre alt ist, keinen Hofnachfolger habe, hoben Regina Selhorst, Präsidentin des Westfälisch-Lippischen Landfrauenverbandes (WLLV), und Jutta Kuhles, Präsidentin des Rheinischen LandFrauenverbandes (Rhlv), hervor. Auch wenn Kinder sich für einen anderen Beruf entscheiden würden, gebe es nun mit der Initiative eine andere Lösung, das Lebenswerk der Betriebsleiter fortzusetzen. „Wir werden das Projekt ‚Außerfamiliäre Hofnachfolge‘ deutlich bewerben, weil es für viele Betroffene eine sehr belastende Situation ist, wenn öffentlich wird, dass es nicht weitergeht auf einem Hof. Da kommt diese Möglichkeit, aktiv zu werden, gerade recht!“, so Rhlv-Präsidentin Jutta Kuhles.

„Es ist sehr schön, dass sich die landwirtschaftlichen Verbände beim Thema außerfamiliärer Hofübergabe zusammengeschlossen haben. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es viele Höhen und Tiefen bei einer Hofübernahme geben kann. Deshalb ist es besonders wichtig, dass nicht nur vermittelt, sondern auch im Nachgang den beiden Parteien mit Rat und Tat zur Seite gestanden wird“, betonte Moritz Kölsch von der Rheinischen Landjugend.

Vertrauensstelle statt Börse

Wie ist die Initiative entstanden? Zahlreiche existenz- und zukunftsfähige landwirtschaftliche Höfe werden aufgegeben, weil ein Hofnachfolger oder eine Hofnachfolgerin aus der Familie fehlt. Gleichzeitig suchen viele junge Landwirtinnen und Landwirte nach ihrer Ausbildung einen Hof, um sich eine unternehmerische Existenz aufzubauen. Doch wie kommen diese zuei­nan­der? Die NRW-Initiative „Außerfamiliäre Hofnachfolge“ will „Nachfolgesucher“ und „Hofsucher“ zuei­nan­derbringen. Allerdings ist dies keine offene Hofbörse, sondern eine diskrete, vertrauensvolle und vorsichtige Annäherung der beiden Seiten. Daher haben der Ring der Landjugend in Westfalen-Lippe, die Landesarbeitsgemeinschaft der Landjugend Nordrhein, der Westfälisch-Lippische Landfrauenverband, der Rheinische LandFrauenverband, der WLV, der RLV und die Landwirtschaftskammer NRW eine „Vertrauensstelle“ gegründet, die die Kontaktaufnahme zwischen den Nachfolgesuchern und Hofsuchern begleitet. Sie wird bei der Landwirtschaftskammer NRW angesiedelt, ist getragen von allen beteiligten Organisationen.

Wie funktioniert es?

Wie läuft es konkret ab? Die Landjugendorganisationen sprechen eher die Seite der Hofsucher an, also die jungen Landwirtinnen und Landwirte. Dazu organisieren sie einen „Nachfolgeclub“, der mindestens ein Mal pro Jahr Informationsveranstaltungen durchführt. Interessierte Personen können sich in eine bei den Landjugendorganisationen geführte Vermittlungsliste aufnehmen lassen. Für diese Personen wird ein Profil mit eigenen Wünschen, Zielen und Erwartungen erstellt. Die Seite der Nachfolgesucher wird eher von den Landfrauen- und Landwirtschaftsverbänden angesprochen. Diese stellen den Kontakt zur Vertrauensstelle her. Die Vertrauensstelle ergründet die Absichten, Ziele und Wünsche des Nachfolgesuchers. Erst wenn die Vertrauensstelle aussichtsreiche Übereinstimmungen zwischen Nachfolgesuchern und Hofsuchern feststellt, stellt sie einen Kontakt zwischen beiden her und begleitet ihn. So werden „Nachfolgesucher“ und „Hofsucher“ auf vertrauensvoller Basis zusammengebracht. Mehr Infos gibt es unter www.hofnachfolge-nrw.de. ah/Brigitte Wenzel


 

 

 

 

Die LZ Rheinland ist Medienpartner für die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort. Wir laden unsere Leser und Besucher unserer Website ein, sich den Internetauftritt unter www.kamp-lintfort2020.de anzuschauen. Dort finden Sie auch die Informationen rund um die Veranstaltungen auf dem Forum Landwirtschaft des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV). Hier gibt es „Landwirtschaft für jeden Geschmack“.

 

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