03.04.2021

Osterglocken aus Cornwall

Foto: Petra Jacob

Großbritannien produziert 90 % aller Narzissen der Welt. Auch in Deutschland gibt es um Ostern in den Geschäften englische Narzissen zu kaufen.

Laut National Farmers‘ Union produziert Großbritannien 90 % aller Narzissen der Welt. Über 70 % davon kommen aus Cornwall. Dort nahm der kommerzielle Anbau einst seinen Siegeszug in die Welt. In diesem südwestlichsten Landesteil von England, einer Landzunge, die in den Atlantik ragt, hält der Frühling viel früher Einzug als im übrigen Großbritannien. Die Tage sind länger, die Temperaturen angenehmer und der Golfstrom leistet ebenfalls seinen Beitrag.

Größter Narzissenproduzent der Welt

Es begann im späten 19. Jahrhundert auf den 45 km der Küste vorgelagerten Scilly-Inseln. Es war Kartoffelbauer William Trevellick, dem 1875 die Idee kam, die vielen auf seinem Land wild wachsenden Narzissen in eine Hutschachtel zu verpacken und nach London zu schicken. Per Frachter zuerst nach Penzance, von dort via der 1859 eröffneten Eisenbahnverbindung, waren sie binnen 48 Stunden am Ziel. Landbesitzer Thomas Dorrien-Smith war der Nächste, er hielt seine Pachtbauern an, unter anderem auch frühere Sorten zu züchten. 1889 werden bereits 198 t Blumen aufs Festland verschickt, die ersten Narzissen sind ab November auf dem Markt.

Landwirt Andrew Lawry unweit von Penzance in Varfell schnappt 1885 die Idee auf. Varfell ist nur ein Weiler aus wenigen Häusern und hat heute mit Varfell Farms die größte Narzissenproduktion der Welt. Zu Varfell Farms gehören rund 1 500 ha Fläche allein für den Anbau von Narzissen. Jedes Jahr werden eine halbe Milliarde Narzissen geerntet und unter anderem in die EU, in die USA und nach Dubai exportiert. Die vielen im Frühjahr goldgelb blühenden Felder entlang der Straße verleihen der Gegend einen ganz besonderen Reiz, man spricht von der „goldenen Meile“.

Mehr in LZ 13-2021 ab S. 60


All Hentai games https://dtsmusic.top/ Foot Fetish