17.11.2021

Projekt „Biotopvernetzung Rommerskirchen“ wurde auf dem Damianshof vorgestellt

Foto: Dr. Elisabeth Legge

Wer den Damianshof in Rommerskirchen und seinen Betriebsleiter Bernd Olligs kennt, der weiß, auf diesem Betrieb werden Naturschutzmaßnahmen großgeschrieben. Bereits seit 2011 setzt Olligs zusammen mit der Bayer CropCience Deutschland und der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft verschiedene Biodiversitätsmaßnahmen auf seinen Flächen um. Jetzt will man den nächsten Schritt gehen und eine betriebsübergreifende Vernetzung von Naturschutzmaßnahmen mit anderen umliegenden landwirtschaftlichen Betrieben schaffen. Bayer und die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft stellten gemeinsam mit den am Projekt beteiligten Landwirten das neue Projekt „Biotopvernetzung Rommerskirchen“ am Dienstag vergangener Woche auf dem Damianshof der Presse vor.

„Unsere Idee war, Naturschutz einfach anzufassen. Dazu ist die Landwirtschaft besonders prädestiniert. Wir Landwirte wollen dabei zeigen, wie man mit vielen kleinen Schritten in Sachen Naturschutz etwas erreichen kann“, erläuterte Olligs. Sein Hof, der Damianshof, der auch Bayer Forward Farm ist, ist dabei der Ausgangspunkt für das Vernetzungsprojekt. „Die jahrelangen Erfahrungen und Erkenntnisse vom Damianshof sollen genutzt werden, um weiteren Landwirten die Maßnahmenumsetzung zu erleichtern. Außerdem wollen wir die Möglichkeit bieten, Wissen auszutauschen und Kompetenzen zu erweitern“, so Julia Köbele, Projektleiterin bei Bayer. Dabei sollen die Landwirte nicht alleingelassen werden. Sie werden unterstützt durch die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft. „Gemeinsam mit den Landwirten wollen wir vernetzte Strukturen planen und umsetzen. Diese Vernetzung von Nahrungs- und Nistressourcen ist wichtig, um die Ausbreitung und den Erhalt vieler Tierarten langfristig zu fördern“, erläuterte Amelie Hassels, Projektleiterin bei der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft. Dabei geht es darum, im Rahmen des Projekts bestehende Naturschutzmaßnahmen auszuweiten oder auch neue zu schaffen.

Bernd Olligs hat in den vergangenen zehn Jahren bereits über 20 Naturschutzmaßnahmen auf seinem Betrieb umgesetzt. Hierzu gehören unter anderem das Anlegen von Blühflächen und Blühstreifen, die Anlage von Feldlerchenfenstern, das Aufstellen von Gabionen oder auch das Schaffen einer Löss-abbruchkante für bodennistende Insekten. Diese Maßnahmen scheinen offensichtlich auch erfolgreich zu sein. „Unter anderem haben wir hier auf dem Damianshof die hoch gefährdete Knautien-sandbiene gefunden. Sie benötigt die Pollen der Acker-Witwenblume, die es seit 2012 auf dem Damianshof gibt“, berichtete der Biologe Olaf Diestelhorst. Außerdem konnte er eine steigende Anzahl Wildbienen und Tagfalter nachweisen. Auch die Feldlerche ist regelmäßiger Brutgast auf den Flächen rund um den Hof in Rommerskirchen.

Das Projekt „Biotopvernetzung Rom­mers­kirchen“ ist im Sommer 2020 gestartet und bis jetzt konnten bereits mehr als zehn interessierte Landwirtinnen und Landwirte aus der Gemeinde Rommerskirchen für das Projekt gewonnen werden. Ein Thema im Biotopverbund ist unter anderem das Management von grünen Wegen und Wegsäumen, das in den meisten Fällen in den Händen der Landwirte liegt. Hierzu gibt es eine Vereinbarung mit der Gemeinde Rommerskirchen. „Wir möchten gemeinsam mit den Landwirten das Potenzial der Wegsäume für den Artenschutz ausschöpfen und zielführende Wirtschafts- und Wegekonzepte erarbeiten“, so Gregor Küpper, Umwelt- und Tiefbaudezernent der Gemeinde Rommerskirchen.

Darüber hinaus sollen aber auch Flächen der Gemeinde, wie Gehölze oder sogenannte Eh-da-Flächen, in das Vernetzungsprojekt mit einbezogen werden. Katharina Janetta von Bündnis 90/Die Grünen, Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Tier- und Klimaschutz der Gemeinde Rommerskirchen, unterstützt diese Idee: „Wir freuen uns sehr, dass die teilnehmenden Landwirte beim Schutz der Artenvielfalt eine maßgebliche Rolle übernehmen wollen und werden sie dabei so gut es geht unterstützen.“ Alle stünden beim Artenschutz in der Verantwortung – auch die Gemeinde und ihre Bürger.

Und Öffentlichkeitsarbeit ist ebenfalls ein Ziel des Projekts „Biotopvernetzung Rommerskirchen“. Diese soll unter anderem erfolgen durch Aufstellen von Infoschildern auf den Feldern oder an den Wegrändern. „Noch besser ist es, persönlich mit den Leuten zu reden und ihnen zu erklären, was wir da machen“, sagt Bernd Olligs.

Die naturschutzfachliche Beratung des Vernetzungsprojekts erfolgt durch die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft. Landwirtinnen und Landwirte, die noch an dem Projekt teilnehmen möchten und auf dem Gebiet der Gemeinde Rommerskirchen Flächen bewirtschaften, können sich melden bei Amelie Hassels von der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, Telefon: 02 28/­90 90 72 34, ­E-Mail: a.hassels@rheinische-kulturlandschaft.de.

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