06.02.2019

Proteineigenversorgung stärken

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Eine Reihe von Mitgliedstaaten drängt auf eine Stärkung der Proteineigenversorgung der Europäischen Union. Beim Agrarrat am Montag vergangener Woche in Brüssel unterzeichneten acht Mitgliedsländer einen Forderungskatalog, in dem Maßnahmen aufgeführt sind, wie der Anbau von Eiweißpflanzen in der EU vorangetrieben werden könnte. Dazu zählt auch eine Ausweitung der produktionsgebundenen Kopplung. Zu den Unterzeichnern des Katalogs gehörten neben Frankreich unter anderem Ungarn, Slowenien und Tschechien.

Deutschland steht diesen Forderungen sehr kritisch gegenüber; die Bundesregierung lehnt bekanntlich gekoppelte Zahlungen strikt ab. Entsprechend äußerte sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zu der Forderung. Sie warnte, dass gekoppelte Beihilfen zur Förderung des Anbaus von Proteinpflanzen zu Wettbewerbsverzerrungen im Ackerbau führen würden. Den Vorschlag der Kommission, die Grenze für gekoppelte Stützungen noch zu erhöhen, bezeichnete die CDU-Politikerin als nicht akzeptabel. Derweil hält die Mehrheit der Mitgliedstaaten gekoppelte Beihilfen jedoch für ein wirksames Mittel zur Stärkung der EU-Eiweißversorgung. Die Bundeslandwirtschaftsministerin regte derweil an, die negativen Umweltauswirkungen von Sojaeinfuhren aus Drittstaaten stärker in den Blick zu nehmen. Dies gelte vor allem vor dem Hintergrund, dass die europäische Landwirtschaft auch in Zukunft auf umfangreiche Sojaimporte angewiesen sein werde, um den Proteinbedarf ihrer Veredlungswirtschaft zu decken. AgE